82 I. Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.
die ägyptischen Krieger auch Panzer trugen von besondrer Art und einebesondere Kopfbedeckung, später auch Helme.
Die ägyptischen Truppen führten Militärmusik, und statt der Fah-nen auf Stangen oder Lanzen getragene Bilder oder Figuren vom StierApis, von Krokodilen und andern Thieren, die heilig gehalten wurden.Hinter den Königen wurden in der Schlacht des Königs besondere Feld-zeichen getragen.
Ueber Eintheilung, Aufstellung und Kampfesart der altägyptischenTruppen giebt es keine zuverlässigen Nachrichten. Als wahrscheinlichkann man nur annehmen, dass das ganze Kriegswesen und die Kampfes-art im Allgemeinen durch Sesostris vervollkommnet wurde, dass sieaber zur Zeit der Unruhen in Verfall geriethen und von Psammetich anmehr und mehr der griechischen Taktik ähnlich wurden. Zu dieser Zeitkämpfte das ägyptische Fussvolk, das den besten und grössten Theildes ägyptischen Heeres bildete, gewöhnlich in grossen, geschlossenenund sehr tiefen Massen, sich mit seinen grossen Schilden deckend undeinen kräftigen Stoss oder Schlag mit den langen Lanzen führend. Sobeschreibt Xenophon ihre Aufstellung und Kampfweise in der Schlachtbei Thymbra (550 v. Chr.) in seiner Cyropädie.
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Befestigungs- und Belagerungskunst.
Ueber den Stand dieser beiden Zweige der Kriegskunst ist nichtsSicheres bekannt. Es ist aber unmöglich zu bezweifeln, dass ein Volk,das solche kolossale und wunderbare Bauten, wie die Pyramiden unddie in Ruinen noch bis heute erhaltenen Städte, Tempel etc. zu errichtenverstand, nicht auch in der Befestigungskunst, Feld- wie permanente,für die damalige Zeit Bedeutendes geleistet haben sollte. Einige Schrift-steller halten, nicht ohne Grund, die Aegypter für die Erfinder der KunstLager oder Städte zu befestigen. Von den Lagern weiss man nur, dassdie Aegypter sie nicht in Kreisform anlegten, wie wahrscheinlich eingrosser Theil der asiatischen Völker, sondern in Farm eines Rechtecks .oder Quadrats mit Erdaufwurf und Graben. Zur Deckung der Grenzenzogen sie lange Erdwälle. Ein solcher war der Wall, den Sesostris vonPelusium bis Heliopolis zur Deckung der Nordostgrenze gegen die Ueber-fälle der arabischen und anderen asiatischen Stämme errichten Hess.
Die Belagerungskunst scheint weniger entwickelt gewesen zu seinund befand sich etwa in demselben Zustand wie bei den übrigen Völkerndes Orients. Auf ihren alten Denkmälern begegnet man sehr häufig Dar-stellungen, wie ägyptische Krieger feindliche Städte angreifen, oder ihreeigenen vertheidigen. Der Angriff erfolgt meist mit Sturm , Ersteigung