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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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2. Die alten asiatischen und afrikanischen Völker und Keiche. s 1

und zeichnete sie in jeder Weise ans. Hierob erzürnt, empörten sich dieägyptischen Truppen und wanderten in grosser Zahl nach Aethiopienaus. Dieser Umstand, in Verbindung mit dein engen Verkehr, in welchenAegypten um diese Zeit mit Griechenland trat, schwächte das Heerwesennoch mehr. Zu dieser Zeit war die zwar noch bestehende Kriegerkasteschon sehr schwach an Zahl, und ihre früher so treffliche Ordnung,Bedeutung und Macht war geschwunden, das ägyptische Heer bildeteeinen sehr unbedeutenden, die griechischen Hülfstruppen aber dengrössten Theil der bewaffneten Macht Aegyptens. Unter Amasis, vor derEroberung von Aegypten selbst durch die Perser, gingen auch die letztenUeberreste der Kriegerkaste vollständig nach Aethiopien fort, und dieeinzigen Vertheidiger Aegyptens blieben die Miethstruppen.

§. 12.

Verschiedene Truppengattungen, Bewaffnung, Aufstellung und

Kampfesart.

In der Blüthezeit Aegypteüs war das Heerwesen etwa in folgenderVerfassung:

Die älteste und hauptsächlichste Truppengattung war das Fussvolk.Auch Streitwagen wandten die Aegypter schon tief im Alterthum an.Ihre ältesten Denkmäler stellen die Könige, Feldherren und Krieger ent-weder zu Fuss kämpfend dar oder in Streitwagen, zweirädrig,"leichtgebaut und mit zwei Pferden bespannt. In jedem Streitwagen befandsich ein Wagenlenker und nur ein Krieger. Schon im fernsten Alterthumbesassen die ägyptischen Armeen Streitwagen stets in grosser Menge.Bezüglich der lieiterei bezeugen die ältesten ägyptischen Denkmäler,dass der Gebrauch des Pferdes zum Beiten in uralter Zeit schon bekanntwar und dass die Aegypter sehr geschickte Reiter waren. Zum Kriegeseil eint aber zuerst Sesostris Keiterei verwendet zu haben: wenigstenswird sie bei ihm zuerst mit unter den zu seinen Feldzügen versammeltenTruppen aufgezählt. Zu Moses' Zeit und in der ersten Hälfte der Sesostri-denperiode scheint ziemlich viel Cavallerie existirt zu haben. Das Heer,welches die Hebräer verfolgte, bestand bekanntlich nur aus Reiterei undStreitwagen. Im Laufe der Zeit aber und mit der Vermehrung der Canälewurde die Verwendung der Reiter und Streitwagen allmälig schwierigerund deshalb nahm ihre Zahl wieder ab.

Die Bewaffnung der ägyptischen Truppen glich zu den verschiedenenZeiten mehr oder minder der der übrigen asiatischen Völker. Ihre Haupt-augriffswaffen waren der Bogen, lange Pfeile und Lanzen , Wurfspiesseund Schwerter von verschiedener Länge und Breite, ihre Schutzwaffewaren grosse, den ganzen Körper deckende Schilde. Es scheint, dass

G ;i 1 i t/. in, Allgeni. Kriegsgeschichte. 1, 1. ^