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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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2. Die alten asiatischen und afrikanischen Völker und Keiche. 79

Familien aufzumuntern, und nicht seinerseits auf Miethstruppen ange-wiesen zu sein. Als er nach 9 Jahren nach Aegypten zurückkehrte, ent-liess er das Heer, bestätigte seine Krieger in dem vor dem Feldzugeihnen zugetheilten Landbesitz in Form einer Belohnung für die von ihnenertragenen »Strapazen, geleisteten Dienste, erlangten Auszeichnungen,erliess ihnen die Abzahlung und verpflichtete sie nur zum Kriegsdienst inund ausser Landes auf ihre eigenen Kosten aus dem Ertrag ihrer Be-sitzung, und zu steter Bereitschaft zum Kriege. In dieser Weise wurdendie ägyptischen Krieger Eigenthümer von Landbesitz in Aegypten,ein Vorrecht, das sie mit den Königen und Priestern allein theilten. Dieihnen überwiesenen gleich grossen Landstrecken waren ihr volles erb-liches Eigenthum. Obgleich dies oft in Pacht gegeben wurde, so war esdoch sicher auch den Kriegern erlaubt, es selbst zu bearbeiten. Dagegenwar Handwerk oder Gewerbe zu treiben ihnen entschieden verboten;denn sie waren verpflichtet, sich fortwährend nur mit militärischen Din-gen und kriegerischen Uebungen zu beschäftigen. Die ägyptischenKrieger theilten sich in Hermotybier und Kalasirier. Der Unterschiedzwischen ihnen ist unbekannt, wahrscheinlich war es ein Unterschiednach Geburt oder Gegend*). Zur Zeit der grössten Macht der Krieger-kaste gab es 160,000 Hermotybier und 250,000 Kalasirier. Vielleichthaben sie stets in den Gegenden und Nome Aegyptens gewohnt, in wel-chen sie nach dem Zeugniss des Herodot zu seiner Zeit fest ansässigwaren im 5. Jahrhundert v. Chr. : in Unterägypten in 4'/. 2 NomeHermotybier und in 12 Kalasirier, in Ober- und Mittelägypten in 2 NomeHermotybier und Kalasirier zusammen, so dass also alle militärischenKräfte Aegyptens in Unterägypten concentrirt waren. Diese Annahmewird einigermassen bestätigt einerseits durch die jeder Zeit vorliegendeNothwendigkeit zu solcher Concentrirung in Folge der häufigen Einfälleder Nomadenstämme von Norden her nach Aegypten, und der ebensohäufigen Einfälle der Aegypter nach Asien, andererseits durch die be-deutende numerische Stärke der Kriegerkaste in Unterägypten zur Zeitdes Moses und durch die hierdurch ermöglichte rasche Zusammenziehungdes Heeres, mit welchem Pharao die Juden verfolgte. Die Hermotybierund Kalasirier formirten abwechselnd die Besatzung der Städte undGrenzfestungen. Ausserdem versahen sie beide abwechselnd je ein Jahrlaug den Dienst in der Hauptstadt, indem sie die königliche Wache bilde-ten und während dieser Zeit aus den königlichen Vorräthen eine bestimmteMenge von Brot, Fleisch und Wein erhielten.

Der Kriegerstand und die Kriegerkaste galten nächst dem Priester-

*) Vielleicht auch durch die Bekleidung, denn xdXdötpt; war ein leinenes Ge-wand bei den alten Aegyptern. Aum. d. Uebers.