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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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2. Die alten asiatischen und afrikanischen Völker und Reiche. 71

war beständig und unter seinem unmittelbaren Befehl eine besondereTruppe als königliche Leibwache bei David. Im Kriege führte meist derKönig selbst den Oberbefehl, oder von ihm ernannte Feldhauptleute. DiePersonen von geistlichem Stande nahmen thätigen Antheil an den Kriegs-fahrten und Thaten des hebräischen Volkes , indem sie die .Soldaten vorBeginn eines jeden Krieges und jeder Schlacht durch religiöse Handlun-gen und Ansprachen begeisterten. Salomo, obgleich kein kriegerischerFürst, erhielt dennoch das Heerwesen auf der Stufe, zu welcher Davides emporgehoben hatte. Unter den von ihm getroffenen Einrichtungenist beinerkenswerth die Einfuhrung von Streitwagen und Reiterei, welchein die Städte vertheilt wurden.

Nach der Theilung der jüdischen Monarchie in die KönigreicheJuda und Israel hatte das Heerwesen in jedem von Beiden ein verschie-denes Schicksal. Im Ersteren, unter den Königen Rehabeam. Assa,Josaphat, Asarja und Hiskia befand es sich stets in gutem Zustande.Diese fünf Könige bekümmerten sich um die Sicherung des KönigreichsJuda gegen äussere Feinde und erbauten viele Festungen, verstärktendas Heer unter Assa bis auf 580,000 Mann) und sorgten für gute Be-waffnung , Ordnung und Ausbildung desselben. Im Königreiche Israeldagegen geriethen wegen der unaufhörlichen inneren Unruhen und Er-schütterungen mehr und mehr die militärischen Einrichtungen in Verfall,das Heer kam in Unordnung und seine Zahl verminderte sich,

§.8.

Verschiedene Truppengattungen, Bewaffnung, Aufstellung und

Kampfesart.

Die älteste und Haupt-Truppengattung der Hebräer war das Fuss-volk. Bei der Eroberung des gelobten Landes treten Streitwagen beiihnen auf, deren Zahl von hier an in den hebräischen Heeren immer sehrgross war. Salomo brachte sie bis- auf 1200 stets bereite Streitwagen.Reiterei besassen die Hebräer Anfangs gar nicht, oder sie achteten undschätzten sie gering: später, in der letzten Zeit der Richter, führten siedieselbe erst ein. Unter den Königen wuchs ihre Zahl bedeutend, undihre Verwendung wurde erweitert. David hatte in seinen Kriegen stetsbald mehr bald weniger Reiterei. So führte David in dem Kriege mitHadad-Eser, König von Zoba, 20,000 Mann zuFuss, 1000 Streitwagenund 7000 Manu zu Pferde ins Feld. Salomo hielt 12,000 Mann stehenderReiterei.

Bei ihrem Auszuge aus Aegypten waren die Juden ohne Waffen, siebewaffneten sich , nach der Erzählung von Josephus Flavius , erst nach-dem sie durchs rothe Meer gegangen waren, mit den Waffen der ertrun-