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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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72 I. Von eleu ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.

kenen Aegypter, die das Wasser ans Ufev warf. Seit der Niederlassungim gelobten Lande begannen sie geschmiedete Waffen anzuwenden. Aberbis zur Zeit des Saul und David gab es wenig dergleichen bei ihnen,ihre Ausrüstung bestand vorzugsweise in Schleuder. Bogen und Pfeil,und Wurfspiess, meist waren die Hebräer schlechter bewaffnet, als dieVölker, mit denen sie in Streit lagen. In dieser Hinsicht waren nament-lich die Philister ihnen weit überlegen , welche vorzüglich bewaffnet undmit Streitwagen und Reiterei versehen waren. Zu Saul's und David'sZeit Verbreitete sich aber der Gebrauch geschmiedeter Waffen auch beiden Hebräern, und ihre Ausrüstung vervollkommnete sich erheblich. Zudieser Zeit waren ihre Hauptangriffswaffen: kurze, breite und krummeSchwerter, Wurfspiesse oder Speere, mit der Hand zu werfen, lange'Lanzen, und vorzugsweise die Schleuder. Palästina und Phönizien sind,nach der Meinung einiger Schriftsteller, die alte Heimat der Schleuder,und ihre Bewohner, darunter auch die Hebräer, rühmten sich besondrerGeschicklichkeit im Schleudern von Steinen. Unter den Hebräern warendie Benjaminiten die besten Schleuderer.

Dem Zeugniss der heiligen Schrift zufolge gingen schon unter Mosesund Josua die Juden bei ihren Märschen, Lagern und im Gefechte mitRegelmässigkeit, Ordnung und unter Beobachtung militärischer Vorsichtzu Werke, indem sie Evolutionen und Angriffe auf verabredete Zeichenmit Trompeten und Hörnern ausführten. Im Uebrigen bestanden ihre wieder andern orientalischen Völker Schlachten in der gemeinschaftlichenAction der leichten Truppen, welche in aufgelöster Ordnung ihre Fern-waffen gebrauchten, und der schweren Truppen mit den Handwaffenin geschlossener und tiefer Schlachtordnung, wie im Handgemenge. Ziem-lich häufig waren Zweikämpfe. In den Schlachten mit besser bewaffnetenund ausgerüsteten Völkern verschaffte ohne Zweifel ihre numerischeUebermacht und religiöse Begeisterung verbunden mit ihrer Tapferkeitund der geschickten Leitung ihrer Führer den Hebräern den Sieg. Späterstellten, wie hebräische Schriftsteller erzählen, die Hebräer ihre Corpszum grössten Theil in einer Linie auf. 10 bis 30 Mann tief, oder theiltensie in 23 Theile, vorn standen die Schleuderer und Bogenschützen,welche das Gefecht unter Anstimmung des Kriegsgeschreis mit Steinwür-fen und Pfeilschüssen eröffneten, und hinter der Hauptmacht der Streiterwaren besondere Heerführer aufgestellt mit der Aufgabe, im Kampfe dieOrdnung zu erhalten und die Wankelmüthigen an der Flucht zu verhin-dern. JederStamm hatte seine besondere Farbe und verabredetes Zeichen,so z. B. Abbildungen von Löwen, Adlern, Sternen, Schiffen etc., dieauf Lanzen oder Stangen getragen wurden.