(j | I. Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.
fassungsmauern von Ninive 100 Fuss Höhe und bildeten ein Viereck,ähnlich wie bei Babylon. Babylon war mit 2 Mauern umgeben, die äus-sere von Ziegelsteinen aufgeführt und 200 Ellen hoch, 50 Ellen dick undmit einem tiefen breiten Wassergraben davor. Oben auf der Mauer'stan-den einstöckige Thürme. Diese äussere Mauer hatte 100 kupferne Thore.Die innere Mauer war etwas niedriger und dünner als die äussere. DerEuphrat th eilte die Stadt in zwei Theile. Von der äusseren und innerenMauer waren durch das Innere der Stadt andere Quermauern bis an dieUfer des Euphrat geführt, welche letztere ebenfalls von Mauern mitkupfernen Thoren eingelässt waren. In -der Mitte jeder der beiden Stadt-hälften lag eine innere mit besonderen Mauern umgebene kleine Festung.In der einen von diesen befand sich die Königsburg, im Viereck erbautund mit einer hohen dicken Mauer umwallt. Tn der anderen kleinen Festestand der Haupttempel, ebenfalls im Viereck aufgebaut und in der Mittemit einem mächtigen dicken Thurm versehen, der acht Stockwerke hatte.Ekbatana war durch sieben von Ziegelsteinen erbaute Mauern geschützt,welche, stufenweise eine die andere überragend, hinter einander auf einemBerge und dessen Abhängen lagen. Mitten in der Stadt auf dem Gipfeldes Berges lag das Königsschloss.
Dagegen scheint die Kunst, eine Stadt einzunehmen, nicht hoch,jedenfalls weniger entwickelt gewesen zu sein, als die langwierige Forti-fication. Man muss indessen bedenken, dass ausser der Unvollkommen-heit der ersteren und der Ueberlegenheit der letzteren ein Grund für dielange Dauer der Belagerungen noch in der Hartnäckigkeit der Vertheidi-gung von Seiten der Belagerten lag. Tod oder Sklaverei war das ge-wöhnliche Loos derselben, wenn der Feind die Stadt eroberte, und des-halb vertheidigten sie sich mit der zähesten Ausdauer und hielten sichbis aufs Aeusserste, alle irgend möglichen Mittel ersinnend, um demBelagerer den grösstmöglichen Schaden zuzufügen und ihn zurückzu-schlagen.
Bezüglich der Feldbefestigung weiss man nur, dass die Assyrier diestehende Gewohnheit hatten, bei jeder Gelegenheit ihr Lager durch einenErdaufwurf mit Graben davor zu schützen. Im Allgemeinen ist zusagen,dass, wie die Heere der asiatischen Reiche und der dazu gehörige Trossmeist an Zahl ausserordentlich gross waren, so die Hauptkunst ihrerEinrichtung im Lager darin lag, dass sie eine grosse Zahl Menschen,Pferde, Fuhrwerk etc. auf einem möglichst kleinen Raum unterbrach-ten, und dass deshalb ihre Feldlager gewöhnlich in Kreisform aufgeschla-gen waren.