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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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1. Die alten asiatischen und afrikanischen Völker und Reiche. 65

§.6.Die Kriege der Assyrier, Babylonier und Meder.

Nur wenige dunkle und sagenhafte Ueberlieferungen sind uns auf-bewahrt gebliehen über die Kriege der Babylonier seit Gründung des altenbabylonischen Keiches durch Nhnrod bis zum 8. Jahrhundert v. Chr.Aus den Bruchstücken der chaldäischen Geschichte des Berosus ist nurersichtlich, dass das alte babylonische Reich zu wiederholten MalenUeberfälle von den benachbarten Nomadenstämmen zu erdulden hatte(Meder, Chaldäer, Arabiten etc.) und von ihnen unterjocht wurde.

Historisch bekannt und sicher sind nur die Kriege der letzten Er-oberer des babylonischen Reiches, der Assyrier, zu Anfang des 8. Jahr-hunderts v. Chr., als dieses Volk, seine Eroberungen im Osten abschlies-send, sich nun nach Westen wandte, wobei es mit den Israeliten zusam-menstiess, in deren historischen Büchern von jener Zeit wahrhafte Nach-richten über die Kriege mit den Assyriern, wie mit den Babyloniern ent-halten sind. Die ersten Kriege der Assyrier, deren in diesen Büchern'auch bei Berosus) Erwähnung geschieht, waren die Kriege der assyri-schen Könige Phul' und seines Erben Thiglath Pilesser mit dem König-reich Israel unter des Letzteren Königen Menahem (772761) und Pekahf759740). Das Resultat dieser Kriege war, dass Phul dem Menahemeinen Tribut auferlegte: und als Pekah sich erhob, um hiervon frei zuwerden, eroberte Thiglath-Pilesser Galiläa und das Land Naphthali undführte einen Theil der Israeliten in die Gefangenschaft. Zu dieserZeit war die fast fortwährende Hauptanstrengung der assyrischen Kö-nige darauf gerichtet, die Grenzen ihres Reiches bis an die östlichenUfer des mittelländischen Meeres zu erweitern und namentlich dasräumlich kleine und unkriegerische Phönizien zu unterjochen. Diezu diesem Zweck von ihnen geführten Kriege hatten die UnterjochungSyriens und Phöniziens, die Belegung des Königreichs Juda mit Tributund die gänzliche Zerstörung des Königreichs Israel (utfter dem Sohneund Nachfolger Thiglath-Pilesser's, Salmanassar, 722) zur Folge. Aberwährend die Könige von Assyrien noch mit Eroberungen im Westen be-schäftigt waren, erklärte sich der babylonische Statthalter Nabonassarunabhängig und errichtete das babylonische Reich (747) . Der Nach-folger Salmanassar's, Sanherib (720690), zwang die aufrührerischenBabylonier zur Unterwerfung, aber in dem Feldzuge, den er 714 zurUnterjochung Aegyptens unternahm, wurde er an der Grenze dieses Lan-des geschlagen, und darnach verlor er bei der Belagerung Jerusalemslast sein ganzes übrig gebliebenes Heer an der Pest. Dieses zweifacheMissliugen war das Signal zum Aufstand der Babylonier und Meder.Sanherib brachte ein neues Heer zusammen und marschirte 710 gegen

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