34 Einleitung.
der's Schrift nicht, wie bei Frontinus und Polienus, kriegsgeschichtliche Bei-spiele findet, so enthält dennoch sein augenscheinlich aus den besten Quellengeschöpftes Werk eine Menge der besten Regeln und Anweisungen. BesondereBedeutung legten ihm bei der Kaiser Leo, der Philosoph, der ihn in seinemWerke »über militärische Einrichtungen« citirt, und im 18. Jahr-hundert der Marschall Graf von Sachsen undGuischard (s. später).Jedenfalls ist er mehr eine didaktische, als eine historische Quelle.
Mit Onosander schliesst die Reihe der Historiker und militärischen Schrift-steller des Alterthums ab, deren Werke, die einen vorzugsweise, die andernmehr oder weniger, Quellen für die Kriegsgeschichte jener Zeiten sind.
2. Historische Hülfsmittel zum Studium der Kriegs-geschichte des Alterthums.
Sie zerfallen in kriegsgeschichtliche und allgemein geschicht-liche.
Die kriegs geschichtlichen können entweder als chronologische(nach der Reihenfolge ihres Erscheinens), oder als geographische (nachLändern) und ethnographische (nach Völkern) bezeichnet und zusammen-gestellt werden. Die erstere Art ist die bei weitem naturgemässere und zweck-entsprechende , die zweite aber, wenigstens in soweit sie mit der politischenGeschichte verknüpft ist. erleichtert die Auswahl unter den Quellen und Hülfs-mitteln. Hier ist vorzugsweise die erstere Methode angewandt, bisweilen (wennnöthig) die zweite, und werden die Schriftsteller der neuen und neuesten Zeitaufgeführt, je nachdem sie ihre Arbeit gewidmet haben: entweder der Heraus-gabe und Uebersetzung alter Historiker und Kriegsschrittsteller, oder derenkritischer Beleuchtung, oder der »Erforschung einzelner besonderer Ereignisseoder militärischer Gegenstände, oder der (Charakteristik einzelner hervorragen-der Kriegsmänner, oder endlich der Geschichte der Kriegskunst und Kriegs-geschichte des Alterthums. Die Zahl der Schriftsteller, welche sich mit denbeiden letzten Zweigen der Geschichte befasst haben, ist seit Beginn des Bücher-drucks bis auf unsere Zeit, mehr als 400 Jahre, schrittweise gewachsen. Bei-spielsweise zählt man deren im 17. Jahrhundert (iini 1600^ ungefähr 80, von1600—1750 mehr als 600, und seit 1750 verhältnissmässig noch mehr. SieAlle aufzuzählen, wäre mühselig und nutzlos ; es genügt, die hauptsächlichstenund wichtigsten zu nennen, indem wir sie, wie schon bemerkt, nach Art undGegenstand ihrer Ausgaben, Uebersetzungen und Werke eintheilen.
Zuerst sind hier die, nach Erfindung der Buchdruckerkuust erschieneneu,gedruckten Ausgaben der geschichtlichen und kriegsgeschichtlichen be-reits oben genannten Werke und Schriftsteller des Alterthums zu erwähnen.Diese Ausgaben beginnen Mitte und Ende des 15. Jahrhunderts zu erscheinen