32 Einleitung.
Justinus, ein römischer Historiker, lebte zu Korn, wahrscheinlich im 2.oder 3. Jahrhundert. Er verfasste einen Auszug aus der Geschichte des Tro-gus Pompejus, eines geborenen Galliers, der zur Zeit des Augustus lebte undeine allgemeine Geschichte von den ältesten Zeiten an in 44 Büchern geschrie-ben, besonders aber die Geschichte Macedoniens ausführlich behandelt hatte,weshalb sie auch den Titel Historia Philippica führte. Nach des JustinusAuszug zu schliessen, waren viele grobe Irrthümer in derselben enthalten.Dieser Auszug des Justinus fand grossen Beifall, weil er trotz seiner Kürzedoch alles Wichtige bezüglich der Geschichte enthielt.
Dion Cassius (geb. 155 zu Nicäa in Bithynien), Zeitgenosse der römischenImperatoren Pertinax. Septimius Severus, Caracalla und Heliogabalus (192—222), schrieb eine römische Geschichte von der Ankunft des Aeneas inItalien bis 228 n. Chr., in 80 Büchern, von denen nur 19 (36—54) vollstän-dig, die übrigen aber in einem von Xiphilinus verfassten Auszüge auf uns ge-kommen sind. Seine Geschichte hat den Vorzug, dass die Ereignisse darinchronologisch geordnet sind, und dass die Zeitgeschichte des Autors treu dar-gestellt ist, aber sie hat den Fehler, dass der Autor in seinem Urtheil über diegrossen Männer oft ungerecht, abergläubisch, schmeichlerisch und sklavisch,und sein rhetorischer Stil nicht der Geschichte angemessen ist.
Ellianus aus Praeneste, ein Schriftsteller des 3. Jahrhunderts, Zeit-genosse des Vorigen und gelehrter Sophist, hat zwei Compilationen geschrie-ben: Verschiedene Erzählungen und Anekdoten, und Natur-geschichte der Thier e; beide sind uns erhalten. Das Erste derselben istgeschichtlichen Genres und enthält einige militärische -Erzählungen.
Aus dem 4. Jahrhundert verdienen Ammianus Mdrcellinus und FlaviasVegetius besondere Erwähnung.
Ammianus Marcellinus (geb. zu Antiochien, etwa um die Mitte des4. Jahrhunderts), ein römischer Geschichtsschreiber, that Kriegsdienste undnahm Theil an den Feldzügen in Asien, Gallien und Persien; er schrieb : R e sgestae, oder eine römische Geschichte von Nerva bis zu Valens incl. (96— 378), welche als Fortsetzung der Geschichte des Tacitus und des Suetoniusangesehen werden kann. Von den 31 Büchern derselben sind die 13 ersten ver-loren gegangen, die 18 übrigen, welche wir besitzen und welche die Darstellungder Begebenheiten der Jahre 353—378 enthalten, sind ausserordentlich wich-tig, weil der Autor die geschilderten Ereignisse als Augenzeuge selbst mit er-lebt hat. Obgleich in der harten lateinischen Sprache und Stil geschrieben,sind sie doch reich an interessanten Thatsachen und wichtigen Nachrichten,zeichnen sich durch Unparteilichkeit aus und enthalten eine Menge Beachtens-wertes, sowohl in Bezug auf allgemeine Geschichte, wie auf specielle Kriegs-geschichte.
Flavius Vegetius Rena/.us, der bedeutendste unter den alten römischenSchriftstellern, welche über Kriegskunst schrieben, lebte zu Ende des 4. Jahr-