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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
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Einleitung. 31

List und Gewandtheit, sondern auch praktische Verhaltungs- und Ordnungs-regeln im Kriege. Frontinus hat deren eine sehr glückliche Auswahl getroffenund die von ihm beschriebeneu taktischen Anordnungen und Massregeln sindklar und verständlich.

Appianus aus Alexandrien, ein Zeitgenosse des Trajan, Hadrian undAntoninus, schrieb eine römische Geschichte von der ältesten Zeit bis aufAugustus. in 24 Bänden, von denen uns nur die Hälfte erhalten ist. Appianschöpfte seine Nachrichten aus verschiedenen Quellen ohne jeglichen Werth, unddeshalb ist seine Geschichte eine in sich ungleichmässige Compilation , welchenur mit Vorsicht als Quelle zu benutzen ist.

Aus dem 2. Jahrhundert sind folgende Schriftsteller zu erwähnen : Arria-nus, Polienus und Dion Cassius.

Arrianus aus Nikomedien, ein Zeitgenosse des Hadrian (117138),Schüler Epiktet's , ein tief denkender. Philosoph, ein geschickter, erfahrenerund geübter Feldherr, der beste, gewissenhafteste und zuverlässigste von allenHistorikern Alexanders d. Gr., schrieb einige geographische, geschichtlicheund militärische Werke, in denen er als der glücklichste Nachahmer des Xeno-phon erscheint. Von ihnen besitzen wir: 1) das grösste und wichtigste dieFeldzüge Alexander's d. Gr. in Persien und Indien, ein hoch zuschätzendes Werk in sieben Büchern, aus den (uns nicht mehr zugänglichen)Schriften des Ptolemäus und Aristobulus geschöpft, Heerführern Alexander's,welche ihn nach Asien begleiteten, und Nachträge, die das achte Buchbilden; es ist dies Werk die beste Quelle für die Geschichte der KriegeAlexanders d. Gr. 2) Der Feldzug des Arrianus selbst gegen dieAlanen, welche einen Einfall in Kleinasien machten zu der Zeit, als ArrianusPräfect von Kappadocien war. 3) Zwei Schriften über Taktik, welche einenhohen Begriff von Arrian's militärischen Kenntnissen geben; und 4) die Be-schreibung einer Reise an den Ufern des Pontus Euxinus (schwarzen Meeres),welche er auf Befehl des Hadrian gemacht hatte.

Polienus von Macedonien, ein Zeitgenosse Marc Aurel's (101180),öffentlicher und bei Hofe angestellter Redner, besonders bekannt durch seineSchrift gleichen Inhalts wie die des Frontinus, d.h. über Kriegslisten. Erwar ein Gelehrter, aber kein Kriegsmann, und deshalb giebt er in seiner Schrift,die breiter und ausführlicher gehalten ist, als die des Frontinus, Darstellungender glänzendsten Thaten der grossen Feldherren aller Zeiten und Völker desAltertlmms, beschränkt sich aber nicht immer auf die Kriegsthaten allein undmacht keine strengere Unterscheidung der Kriegslisten, unter denen auch vieleniedrige, hinterlistige und verbrecherische erwähnt werden, die eines ehrlichenSoldaten unwürdig und nur bei Barbaren, d. h. wilden oder halbwilden Völkerngebräuchlich sind. (Frontinus ist übrigens ebenfalls, wenn auch in geringeremMaasse, nicht ganz von diesem Vorwurf freizusprechen.) In militärischer Be-ziehung hat das Werk des Polienus denselben Werth, wie das oben erwähntedes Frontinus.