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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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Einleitung. 25

Unmittelbar auf sie folgt der dritte gleichfalls ausgezeichnete griechischeSchriftsteller und bedeutende Heerführer Xenophon (geboren in Athen um450, gestorben um 3C0 v. Chr.) ; der am peloponnesischenKriegeTheil nimmt,den Feldzug der spartanischen Truppen mitmacht, welche dem jüngeren Cyrusals gemiethete Hülfstruppen nach Oberasien folgen, und der besonders berühmtwird, als er den Oberbefehl über die 10,000 übrig gebliebenen Griechen über-nimmt und ihren Rückzug an die südlichen Ufer des Pontus Euxinus (schwarzenMeeres) bewerkstelligt, dessen vortreffliche Beschreibung unter dem Namen:Anäbasis (Feldzug des jüngeren Cyrus in Oberasien) bekanntist. Ausserdem schrieb er unter dem Titel »Hellenische Geschi.chte«die Fortsetzung der von Thucydides begonnenen Geschichte Griechenlands biszur ersten Schlacht bei Mantinea, die »Cyropädie« oder Biographie des äl-teren Cyrus zur Belehrung für den jüngeren Cyrus (die man aber richtiger einenkriegsgeschichtlichen Roman als eine Geschichte nennen könnte), in welcher erselbständige Gedanken und Meinungen über Kriegseinrichtungen und Kunstdarlegt und der er dann noch Notizen über den Stand des Kriegswesens bei denPersern und den übrigen Völkern des Ostens hinzufügt, und endlich zwei Bücher»über Reitkunst und Reiterkriegsdienst« und einige kleinere Ab-handlungen von ebenfalls militärischem Inhalt. Seine Zeitgenossen schätztenseine Schriften sehr hoch und nannten ihn die griechische Biene unddie attische Muse. Und auch für uns sind sie, neben der Geschichte desHerodot und des Thucydides, eine der besten und Hauptquellen der Kriegsge-schichte des Alterthums.

In einem Zeitraum von mehr als 150 Jahren nach Xenophon erhalten wirkein bedeutenderes Werk griechischer Geschichte ; der erste griechische Histo-riker nach Xenophon ist dann Polybius (geboren zii Megalopolis in Arkadien202 v. Chr., gestorben 121 v. Chr.), Schüler des Philopömen und Freund derScipionen; zur Zeit der Unterjochung Griechenlands durch die Römer nahm erthätigen Antheil an den Unterhandlungen mit den Letzteren und trat dann inihren Dienst über, begleitete den Scipio Aemilianus nach Afrika und nahm spä-ter mit ihm an der Belagerung von Numantia Theil. Ausgezeichneter Historio-graph und Kriegsschriftsteller, hat erverfasst: 1) die Lebensbeschrei-bung des Philopömen, 2) die Geschichte des numantischen"Krieges, 3) ein Buch über Taktik, 4) eine Abhandlung überdie Bewohner des Aequator und 5) eine allgemeine Geschichtein vierzig Büchern. Von diesen seinen Werken ist auf uns nur das letztegekommen und dieses leider nur in fünf Büchern (bis zum Jahr 216) ganz so,wie sie von Polybius geschrieben waren; der Rest (21'6166) ist nur in Frag-menten vorhanden. Die Geschichte des Polybius umfasst den Zeitraum vomAnfang der punischen bis zum Ende des macedonischen Krieges. Die erstenbeiden Bücher enthalten, gleichsam als Einleitung, einen kurzen Ueberblick derEreignisse bis zum Jahre 220. Indem Polybius hauptsächlich die Kriegsbege-