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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
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Einleitung. 23

dith und Esther. In ihnen sind die Anfänge und die fernste Geschichte desMenschengeschlechts enthalten und werden die Geschicke des hebräischen Vol-kes und der übrigen bekannteren Völker jener Zeit im alten Orient geschichtlichdargestellt. Die neueste Wissenschaft bezeugt, dass diese Bücher vollkommeneWahrheit enthalten und dass jedes Wort, jede chronologische Angabe derselbenin vollem Maasse wissenschaftliche Bestätigung findet. Und da sie auch Nach-richten geben über Kriegswesen und Führung, über die Kämpfe und Kriegsbe-gebenheiten (Schlachten, Belagerungen etc.) der Juden und der benachbartenVölker Asiens und Afrikas, somuss man sie auch an die Spitze der kriegsge-schichtlichen Quellen des Alterthums stellen.

Die zweite Stelle, der Zeit nach, nimmt das älteste und berühmteste epischeGedicht der Griechen, Homer's Iliade, ein. Dem Gegenstande nach, derihren Inhalt bildet, die 10jährige Belagerung Trojas und die Kämpfe derGriechen und Trojaner (11941184 v. Chr.) und wegen der ausgezeich-neten Schilderung des damaligen Kriegswesens und der Kampfart bei Griechenund Trojanern wenn auch in der Form des Epos muss in der That dieIliade als die zweite äusserst wichtige Quelle für die Kriegsgeschichte desAlterthums genannt werden."

Seit den ältesten Zeiten bis zum trojanischen Krieg und ganze sieben Jahr-hunderte nachher ist, mit Ausschluss der Iliade, uns kein einziges schriftlichesDenkmal der Griechen erhalten, mit wenigen Ausnahmen sind sogar die Namender Schriftsteller mit ihren verloren gegangenen Werken gänzlich ver-schwanden.

Dann aber ersetzt das eine 5. Jahrhundert v. Chr. in reichem Maasse dieEinbusse aus der Zeit vor und nach dem trojanischen Kriege. Drei ausgezeich-nete und berühmte griechische Schriftsteller sind es: Heroclot. Thucydidesund Xenophon, welche, im Laufe des 5. Jahrhunderts in ununterbrochenerReihe auf einander folgend, mit ihren erhabenen Schöpfungen die Geschichtebereicherten und den glänzenden Anfang zu wahrer Ge schichte bei denGriechen machten, denen wir vor Allen und über Alles zu Dank verpflichtetsind für das, was an Geschichte des Alterthums uns überliefert worden.

Heroclot (484 v. Chr. in Halikarnass in Karien geboren, 418 gestorben)wird mit Recht der Vater der Geschichte genannt, denn er ist der Erste,der in würdiger Weise Geschichte schrieb und auffasste (demAusspruch des Cicero zufolge : historiam ornavit). In seinen neun Geschichts-büchern, welche der Beschreibung der griechisch-persischen Kriege gewidmetsind, giebt er zuerst, als Einleitung, eine treffliche Schilderung aller damalsbekannten nördlichen Länder und Einwohner Europas und Asiens, zugleicheine Geschichte der Meder, Assyrier, Lydier und Perser und dann die Darstel-lung des so ausserordentlich folgereichen Krieges zwischen Griechen und Per-sern bis zu der siegreichen Schlacht bei Platäa. Die Beschreibung der Gegen-den und Völker giebt er aus eigner Anschauung, da er viele und weite Reisen