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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
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Einleitung. 21

Streitmittel, die Armeen und ihre Bewaffnung und Taktik, können sich ver-ändern , aber die höchsten Principien der Kriegskunst waren und werden stetsdieselben sein kraft der ihnen innewohnenden Gesetze ; für sie giebt es wederRaum, noch Zeit, noch Wechsel.« Die. geschickten, und besonders diegrossen Feldherren aller Zeiten, ohne Unterschied, waren stets die besten Mu-ster dafür und werden es immer sein. Die Kriegsgeschichte aber ist der Schatz,aus welchem allein nutzbringende Lehre für Kunst und Wissenschaft der Krieg-führung geschöpft wird, und zwar nicht blos mit dem positiven Verstände, son-dern mit dem lebendigen Geiste, welchem es gelingt, wie Lossau sagt, das Geheim niss der Kunst zu erfassen, wie einst, in der griechi-schen Mythologie, Prometheus das heilige Feuer vom Himmelholte!

II.

Die Quellen für die Kriegsgeschichte des Alterthums sind die bis auf unsgekommenen authentischen Schöpfungen der alten Historiker und Kriegsschrift-sfeller, welche seit der Erfindung der Buchdruckerkunst durch den Druck ver-vielfältigt und in alle neueren Sprachen übersetzt worden sind. Die Commen-tare hierzu, ihre kritischen Analysen, Abhandlungen, Schriften über sie, unddie Werke, welche die Untersuchung oder Erklärung der KriegsorganisationOrganisation militaire), Kriegseinrichtungen (institutions militaires), Kriegskunst(art militaire), des gesammten Kriegswesens (etat militaire) überhaupt und derKriegsgeschichte (histoire militaire) des Alterthums, mit einem Wort Allesdessen, was zu diesem Zweck seit der Zeit der Wiedergeburt der Wissenschaf-ten und der Erfindung der Buchdruckerkunst geschrieben und herausgegebenwurde, zu ihrem Gegenstand machen, müssen zu den historischen Hülfs-mitteln gezählt werden.

Nach ihrer Zahl, Beschaffenheit, Bedeutung und Wichtigkeit sind die Einenwie die Andern durchaus verschieden. Die eigentlich alten Quellen kamenleider nur in sehr beschränkter Zahl und nicht vollständig auf uns, sehr vielenur in Bruchstücken und deshalb mehr oder weniger entstellt durch Copisten,vor Erfindung der Buchdruckerkunst; der grösste Theil aber ist uns überhauptganz verloren gegangen. Dagegen sind einige der auf uns gekommenen ver-möge ihrer Beschaffenheit ein kostbarer Schatz, der uns für die Beschränktheitder Anzahl entschädigt, namentlich deshalb, weil sich darunter solche befinden,die im Alterthum wie in der neueren Zeit gerechte Anerkennung als Meister-werke (chef-d'oeuvres) des menschlichen Verstandes gefunden haben und vongrösster Wichtigkeit und Bedeutung sind.

Dahingegen übertreffen die historischen Hülfsmittel der neuerenund neuesten Zeit, welchen jene als Grundlage und Ausgangspunkt dienten, siebedeutend der Zahl nach, weniger aber durch ihre Eigenschaften. Seit derWiedergeburt der Wissenschaften in Europa und Erfindung des Bücherdrucks ist