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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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Einleitung. 17

wenden und versuchen , in ihren entscheidendsten Thaten jene Kraft zu erfor-schen , um uns des wahren Feldherrn Art zu sehen, zu urtheilen und auszu-führen vorstellig zu machen.« .... »Der Verfasser« (NB. ein alter Offi-cier) »dieser« (vorangeführten, in französischer Sprache) »Worte meinte bei ihrerMittheilung r »Napoleon verlange, die Geheimnisse der Kunst aus ihrer Werk-stätte wie einst in der alten Mythe das heilige Feuer vom Himmel zuentführen.^ Er war damit einverstanden, dass es darauf ankomme, dieHülfsmittel, die Geisteshebel zu verdeutlichen, durch welche jene grossen Heer-führer gewirkt haben. Dies zu versuchen , ist der Zweck dieses Werkes , undder Standpunkt, aus welchem es betrachtet werden mag. Uebrigens ist dieKunst, den Krieg zu führen, in allen Jahrhunderten und Jahrtausenden dieselbegewesen und wird es bleiben. Die Maschinerie, die Werkzeuge, die Armeen unddie Waffen können sich ändern, allein die Conceptionen, welche darauf abzwecken,den Feind zu schlagen, werden unaufhörlich denselben Ursprung haben, und ausder Geistesüberlegenheit der Feldherren, unterstützt durch ihre Willenskräfte, ab-geleitet werden müssen. Selbst das Glück tritt auf die Seite desjenigen der gegeneinander stehenden Heerführer, der dem andern an Scharfsinn und an Entschlos-senheit überlegen ist. Es giebt gar kein Beispiel, dass der Grössere, Kräftigeredem Schwächern und Unkräftigen auf die Dauer unterlegen wäre. WelcheZeit also auch zwischen den grössten Feldherren, dere"h Thaten wir betrachtenwollen, liegen mag, immer bleiben es dieselben Eigenschaften, durch die siegross wurden, welche unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. In diesemVerstände giebt es weder Altes, noch Neues, und die Feldzüge von Alexanderan bis Napoleon herab gewähren dasselbe Interesse und erregen dieselbe Theil-nahme, freilich nur demjenigen, der die Ursachen ihrer Kraftäusserungen zu'ergründen versteht und nicht damit zufrieden ist, die Geschichte der grossenWeltbegebenheiten wie eine Flugschrift zu durchlaufen. Napoleon konntekein anderes Verlangen haben, als ein solches Nachdenken und Verweilen zuempfehlen, da er Alexander, Hannibal und Cäsar neben die Feldherren derneuern Zeit stellte und jeden als ein Ideal nannte. Der Zweck eines solchenDenkens ist aber nicht klein, sondern erhaben und gross. Nur Derjenige, derdiesen Weg gegangen ist, wird den Sinn der Worte verstehen, wenn Napoleonuns verspricht, dahin zu gelangen, dass wir verwerfen lernen, was jenen grossenVorbildern verwerflich scheinen würde. Dahin muss der Umgang mitihnen führen. Dies muss unser Endzweck sein. An eine Aehnlichkeit derEreignisse ist nicht zu denken, daran hindert die unendliche Mannigfaltig-keit der Umstände. Napoleon hatte die Unabhängigkeit der Kunst des Feld-herrn scharf ins Auge gefasst; gerade deshalb sind seine Worte der höchstenBeachtung werth.«

Der allgemeine Gedanke beider Aussprüche Napoleons ist der, dass dieKenntniss der Kunst der Kriegführung zuerst durch das Studium der Kriegs-geschichte, und dann erst durch die Erfahrung gewonnen wird. Das

Galitzin, AUgem. Kriegsgeschichte. 1, 1. *