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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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14 Einleitung.

selfälle stösst, als das Terrain und das wandelbare Glück Möglichkeiten dar-bieten? Wer bedarf der leitenden Hand der Erfahrung- mehr, als der Soldat,der, so lange ihm diese mangelt, auf dem grossen Schauplatze seines Berufesewig ein Unwürdiger bleiben wird.«

Hoyer sagt in seinem Werke: Literatur der Kriegswissen-schaften und Kriegsgeschichte etc.: »Die Vorschriften der taktischenund strategischen Lehrbücher beruhen theils auf herkömmlichen Bestimmungen,theils auf Meinungen, über die sich nur durch eine vielseitige Erfahrung oderdurch eine fortgesetzte Leetüre der Kriegsgeschichte, mit Vergleichung deraufgestellten Grundsätze und der wirklichen Erfolge und Thatsachen, urtheilenlässt. Oft werden irrige Voraussetzungen und Schlüsse vom Glück begünstigetund erscheinen durch die noch grösseren Fehler des Feindes als zu befolgendeGrundsätze, so dass man wohl auf den Glauben geleitet werden kann: »DieSchlachten werden negativ gewonnen«, oder das Glück mache alles und esgebe keine Kriegkunst, wie Bären hörst behauptete. Man täusche sichjedoch nicht! Ein guter Feldherr von entschlossenen Officieren und un-erschrockenen Soldaten unterstützt, wird stets den Sieg an seine Fahnenfesseln. Bei genauer Prüfung der Kriegsgeschichte werden sich oft ganz an-dere Ursachen eines glücklichen oder widrigen Erfolges zeigen, als der grosseHaufe gewöhnlich dafür anzunehmen pfleget. Bald scheiterte ein noch so gutentworfenes Unternehmen an unrichtig verstandenen Instructionen, an derUebereilung, Trägheit oder Unentschlossenkeit der Untergebenen; bald wardein schlecht angelegter Plan, im Gegentheil, durch die eminenten Eigenschaf-ten der Unterbefehlshaber und Soldaten, die Ursache eines unverdienten Sie-ges. Das kritische Studium der Geschichte ist daher für den, mit den Grund-sätzen der Kriegswissenschaften vertrauten Officier das Höchste; es ersetztihm die Erfahrung, die er selbst in einem langwierigen Kriege zu erwerbennicht immer die Gelegenheit findet. Auch die Geschichte der früheren Zeitist seinem Zwecke nicht fremd; die Kegeln und Grundsätze des neueren Krie-ges sind aus den Ereignissen des alten hergeleitet.«

Noch höher stehen die Ansichten grosser Feldherren über den Nutzenund die Notwendigkeit des Studiums der Kriegsgeschichte.

Dem vorliegenden Buche sind, gleichsam als Motto, einige Aussprüchevon Friedrich d. Gr., Napoleon I. und Erzherzog Karl vorangestellt. SolcheAussprüche von bedeutenden Heerführern und Militärschriftstellern Hessen sichnoch viele anführen; aber die hier angeführten sind ausgewählt als die demGegenstande angemessensten, welche, von den ersten militärischen Autoritätenausgegangen, sozusagen, klassische Aphorismen und unanfecht-bare Axiome bilden.

Der Ausspruch von Friedrich d. Gr. bezieht sich gleichermassen auf dasStudium der allgemeinen, wie der Kriegsgeschichte, und betont den Nutzen derEreignisse der Vergangenheit in Bezug auf Phantasie, Gedächt niss