Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung. " 13

tik oder der taktischen Einrichtungen, Formationen, Aufstellung, Kampfart derHeere bei den verschiedenen Völkern; 4) die Geschichte der Ballistik(Wurfinstrnmente) und später der Artillerie (Feuerwaffen); 5) die Ge-schichte der Befestigungskunst, passagere und permanente; 6) dieGeschichte der Belagerungskunst oder des Angriffs und der Verthei-digung befestigter Städte und Festungen; 7) die Geschichte der Militär -administration oder der inneren Ordnungund Verwaltung der Armeen inallen Branchen; 8) die Geschichte der Strategie oder der Kunst undWissenschaft der Kriegführung; 9) die M i 1 i t ä r g e o g r a p h i e; 10) die M i -litärethnographie der verschiedenen Gegenden und Völker zu den ver-schiedenen Zeiten; und 11) die Geschichte der Literatur aller Haupt-und Special-Kriegswissenschaften.

Endlich stellt sich folgende Eintheilung der militärischen Hülfs-wissenschaften fest: 1) in erster Linie die politische Geschichte inihrem ganzen Umfange und in allen ihren Beziehungen, namentlich zur Poli-tik und zu den politischen internationalen Verhältnissen undVerträgen der Völker und Staaten; 2) die Geschichte des Völ-kerrechts und der Diplomatie in der neueren Zeit; 3) die Geschichtedes Seewesens in seinem Zusammenhange mit dem Kriegswesen, und die-jenigen Hülfswissenschaften der Geschichte überhaupt, welche aus diesem oderjenem Grunde mehr oder weniger zur Hebung und Vervollkommnung der wis-senschaftlichen Form der Kriegsgeschichte beitragen können.

Hieraus ist leicht zu ersehen, welche hervorragende Bedeutung und Wich-tigkeit die Kriegsgeschichte in dem gesammten System der Kriegswissenschaftenhat, und es ist in derThat unmöglich, ihren grossen und vielseitigen Nutzen aufdem Felde militärischen Wissens und Könnens zu verkennen.

»Wenn«, sagt F. v. Kausler, Hauptmann im k. würtembergischenGeneralquartiermeisterstabe etc., »Versuch einer Kriegsgeschichtealler Völker, nach den Quellen bearbeitet.« 5. Bd., Vorwort S. III IV (Ulm, 1825), »wenn die Geschichte im Allgemeinen die Quelle allerErfahrungskenntnisse für jeden Stand, die Führerin im öffentlichen wie imPrivatleben genannt zu werden verdient, so gilt dies insbesondere in Beziehungauf den Krieger. Bei den gesteigerten Forderungen, welche unser Zeitalteran diesen macht, in einer Zeit, die sich durch kräftiges Streben nach Vervoll-kommnung in allen Zweigen des Wissens auszeichnet, darf dieser nicht mehrunter der scharf bezeichneten Linie zurückbleiben. Die Vorwelt, diese reich-haltige Quelle der Belehrung und Anreizung zur grossen That, darf ihm nichtverschlossen, das weite Feld, auf dessen klassischem Boden er sich bereichernkann, ihm nicht brach und öde liegen bleiben. Durch das Studium des Lebensund der Thaten ausgezeichneter Krieger macht der Militär unserer Zeit ebenso viele Erfahriingen, und wer bedarf der eigenen und der Anderer wohl mehrals der Ofncier, der im praktischen Leben des Kriegs auf eben so viele Wech-