10 Einleitung.
Memoiren) räth, die Feldzüge Alexander's d. Gr., Hannibal's. Julius Cäsar's,Gustav Adolph's, Turenne's, des Prinzen Eugen von Savoyen und Friedrich'sd. Gr. zu studiren (s. die Bemerkungen zu Anfang dieses Werkes). Bei allerAchtung vor einer solchen militärischen Autorität kann man aber doch unmög-lich dem beistimmen, dass Turenne und Prinz Eugen von Savoyen auf gleicheStufe mit den fünf anderen grossen Feldherren gestellt werden, welche Napo-leon aufführt. Turenne sowohl als der Prinz Eugen waren unstreitig sehr ge-schickte und bedeutende Heerführer, aber in alter wie in neuerer Zeit gab eseine Menge solcher, welche ihnen weder an Kunst noch an Bedeutung. Umfangund Grösse der von ihnen vollbrachten Thaten nachstehen; Turenne und PrinzEugen können nicht auf eine Stufe gestellt werden mit jenen, man musssagen kolossalen weltbewegenden Kriegshelden wie Alexanderd. Gr., Hannibal, J. Cäsar, Gustav Adolph und Friedrich d. Gr. Wir abermüssen unstreitig und unzweifelhaft Napoleon I. selber mit diesen Letzteren aufgleichen Rang stellen.
Die zweite Methode erstreckt sich in weniger ausführlicher und umständ-licher, wenn auch nicht weniger mühsamer Weise ausser den schon angeführtennoch auf das Studium der Kriege und Heerzüge der besonders geschicktenund berühmten Feldherren, deren Zahl im Alterthum wie im Mittelalter und derneuen und neuesten Zeit sehr namhaft war.
Und endlich die dritte giebt zu Allen diesem noch einen kurzen Ueberblickder danach noch übrig bleibenden Kriege und Feldzüge aus dem Alterthum undMittelalter, und zwar wegen des nothwendigen Zusammenhangs zwischen diesenbeiden Stufen und wegen der Erkenntniss des fortschreitenden Entwicklungs-ganges der Kriegskunst überhaupt, ihrer verschiedenen Zweige, und der Kunstder Kriegführung im Besonderen "*).
Was sodann die Reihenfolge der Studien anbelangt, welche die Kriegsge-schichte erheischt, so ist zuerst eine vorgängige Kenntniss der politischen Ge-schichte und der Militärgeographie der Länder erforderlich, in welchen dieKriege spielten, ferner der Militärstatistik der Reiche und des Standpunkts derKriegskunst bei den Völkern, welche diese Kriege führten, sowie der bedeu-tenderen militärischen Hülfswissenschaften; — zweitens muss man sich mitdem geschichtlichen Gange des Krieges oder der Kriege und aller Kriegsbegeben-heiten während derselben in Kürze bekannt machen; — und endlich hat mandrittens sich mit der kritischen Analyse derselben zu befassen, indem manschriftliche Notizen über ihre Hauptmomente und Perioden macht, sie mit derTheorie vergleicht und hieraus verständige Folgerungen zieht.
Bei dieser Gelegenheit wird es nicht überflüssig sein, die nachfolgenden
*) Bei der Bearbeitung der vorliegenden allgemeinen Kriegsgeschichteder alten Zeiten sind alle drei hier erwähnten Methoden zusammenhängendangewendet worden.