Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung. 9

fülirung (Verbindungsstrassen zu Lande und zu Wasser, Festungen, Ar-senale etc.).

Sodann ist die beiderseitige Vertheilung und Beschaffenheit der Streit-kräfte, Ilülfsmittel und Kriegsvorbereitungen auf dem Kriegsschauplatz zu er-örtern und der unmittelbar vor Beginn des Krieges auf jeder Seite entworfeneallgemeine und specielle Operationsplan anzuführen.

Endlich bleibt noch der genaue geschichtliche Gang des Krieges und derKriegsbegebenheiten klar zu stellen.

Alles, was hier von der Methode und dem System der Forschung und Dar-stellung der Kriegsgeschichte gesagt wurde, kann auch auf Methode und Systemihres Studiums angewandt werden. Es ist sogar für diese letztere ebenso un-umgänglich nöthig, als für jene beiden ersten. Ein Studium der Kriegsge-schichte ohne bestimmte Methode und System, d. h. ohne Ordnung, ist nichtnur nutzlos, sondern sogar schädlich; freilich ist es andererseits, wenn es mög-lichst grossen Nutzen gewähren soll, zugleich recht sehr schwer, und so er-scheint aus diesen Gründen eine verständige Auswahl der besten Methode unddes besten Systems unerlässlich erforderlich, um das Studium der Kriegsge-schichte nutzbringend zu machen. Wer Kriegsgeschichte mit Nutzen studirenwill, muss, bevor er sich für ein System entscheidet, zuerst seine Kenntnisse,sowohl seine allgemeinen als die speciell militärischen, erwägen und über dasanzustrebende Ziel klar sein. Es ist ein weites Feld von den kleinsten Detailsdes Dienstes bis zu den höchsten Sphären der militärischen Einrichtungen undzur Anordnung und Leitung eines ganzen Krieges, oder mit anderen Worten,von den Aufgaben und Pflichten in der bescheidenen Region des Subaltern-Officiers bis hinauf zu dem grossen Umkreis wichtiger und mühevoller Obliegen-heiten in den höheren Befehlshaberstellen und bei dem Höchstcommandirendender ganzen Armee. Ein Jeder kann nach seinen Kräften und Absichten sichdas herauswählen, was ihm nützlich und nöthig ist, der Wissbegierige aber, derAlles lernen will, was für die niederen und höheren Grade nöthig ist, muss sichmit vollem Eifer dem umfassendsten, oder doch möglichst vielseitigem Studiumder Kriegsgeschichte widmen. Die Kriegsgeschichte ist so reich und freigebig,dass, wie ein griechischer Schriftsteller (DionChrysostomus) von Homers Iliadesagte, »sie Jedem, dem Jüngling, wie dem Mann, wie dem Greis so viel giebt,als er zu tragen vermag«.

Die vortheilhaftesten Methoden zum Studium der Kriegsgeschichte dürftendie folgenden drei sein, welche sich nach dem Grade ihrer Breite und Gründ-lichkeit unterscheiden: zuerst das gründliche ausführliche kritische Studium derKriege und Feldzüge der grossen Heerführer aller Zeiten, besonders: imAlterthum Alexander's d. Gr., Hannibal's, Julius Cäsar's, in der neueren Zeit:Gustav Adolph's, Friedrich's d. Gr., Napoleons I. und speciell für uns Russen :Peter's d. Gr. und Suwaroffs, überhaupt also aller Kriege der neueren Zeitseit dem 30jährigen. Napoleon I. (in seinen auf St. Helena geschriebenen