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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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8 Einleitung.

Darstellung der Kriegsgeschichte. Bei dieser muss man in zweifacher Be-ziehung achten: 1) auf die Methode oder Art und Weise, 2) auf dasSystem. Es giebt drei Arten oder Methoden kriegsgeschichtlicher Darstellung,nach der Form derselben und besonders nach dem grösseren oder geringerenVorwalten und Einwirken der Kritik. Die erste und einfachste Art bestehtin einem chronologischen, mehr oder weniger gedrängten, kurzen und allge-meinen Ueberblick über die Kriegsereignisse, ihre Ursachen, Fortgang, Cha-rakter, Resultate, nur Material zum eigenen weiteren Nachdenken und Urtheilendarbietend. Die zweite Art, mehr erweitert, vollständiger und werthvoller,ist eine ausführlichere und umständlichere auf geschichtlicher Forschung be-ruhende Darstellung der Facta, ihrer Ursachen, Entwicklung, Zusammenhanges,ihrer Resultate und Folgen. Die dritte, höchste Art endlich und zugleichdie schwierigste, besteht in der sorgsamen kritischen Untersuchung und Erfor-schung der Kriegsbegebenheiten und aller einzelnen Thatsachen, unter beson-derer Beachtung und Beurtheilung der Mittel und Massregeln, welche zur An-wendung kamen, Aufklärung zweifelhafter Facta etc. Was das Systemkriegsgeschichtlicher Forschung anbelangt, so ist zu bemerken, dass, demWesen des Krieges gemäss und entsprechend seinem Zusammenhange mit derPolitik und den Mitteln und Massregeln zur Erreichung des beiderseitigenZweckes, eine jede kriegsgeschichtliche Untersuchung nach einem bestimmtenlogischen System geordnet sein muss.

Da nämlich der Krieg das Mittel ist, um bestimmte politische Ziele, welchedie Politik vorschreibt, unter kunstreichster Anwendung der Waffengewalt zuerreichen, so muss man über den politischen Stand der Dinge und die politi-schen Wechselbeziehungen, die Beweggründe, Absichten, Zwecke und Zielesowohl der beiden kriegführenden Mächte und ihrer Verbündeten, als der übri-gen am Kriege nicht Betheiligten oder Neutralen vollkommen klar sein undebenso die nächsten politischen Ursachen des Krieges, wie die politischen Zielekennen, welche jede Partei eben durch den Krieg erreichen wollte. Deshalbmüssen alle kriegerischen Massregeln und Hülfsmittel, welche auf beiden Sei-ten zur Anwendung kamen oder kommen konnten, um den politischen Zweckmit Waffengewalt zu erreichen, näher betrachtet und untersucht werden. Hier-her gehört Alles, was den Zustand der Armeen der kriegführenden Mächteüberhaupt und im einzelnen Detail in dem gegebenen Momente anbetrifft undwas Gegenstand der Militärstatistik ist.

Demnächst ist es unerlässlich, einen militär-geographischen und kriegs-topographischen Ueberblick des gesammten Kriegstheaters wie seiner verschie-denen Theile, welche ihrerseits der Schauplatz kleinerer Kriegsbegebenheiten,Nebenactionen sein konnten oder wirklich waren, zu geben, was Gegenstandder Militärgeographie und Topographie ist. Diese Betrachtung des Kriegsschau-platzes erstreckt sich auch auf die zu der gegebenen Zeit in ihm befindlichennatürlichen und künstlichen Hindernisse oder Erleichterungen für die Krieg-