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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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552 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Eeiehes.

Hess neun Werke, die auf uns gekommen sind und in den Jahren 1792in Oxford und 1807 in Paris (die vollständigste und beste Ausgabe) her-ausgegeben wurden; sie sind sämmtlich mathematischen und mechani-schen Inhalts und unter ihnen befindet sich keines , das sich auf Polior-cetik oder Kriegsmaschinen bezöge. So hat also Archimedes inkriegerischer Hinsicht seinen grossen Ruhm nur durch die Kunst seinerVertheidigung von Syracus erworben, nicht aber als Theoretiker derPoliorcetik.

§. 467.Strategie.

Die Strategie oder Kunst der Kriegführung existirte im Alterthumnicht als besonderer Zweig der Kriegswissenschaft. Die Grundgesetzederselben aber, oder besser die ursprünglichen, fundamentalen undhauptsächlichsten Anfänge derselben sind in einer oder der anderenForm in allen besseren und mächtigeren alten Werken historischen undkriegerischen Inhalts enthalten: so im H e r o d o t, T h u c y d i d e s , X e -nophon, Polybius, Diodor, Dionys, Jul. Cäsar (namentlich),Titus Livius, Frontinus (ganz besonders), Arrian, Polyänus,Dio Cassius, Ammianus Marcellinus , Vegetius und Onosan-der (die fünf letzteren hauptsächlich). Aus ihnen lässt sich eine voll-ständige Uebersicht der strategischen Wissenschaft des Alterthumszusammenstellen, was zum Theil auch von Frontinus, Polyänus,Vegetius und Onosander geschah, wie-dies weiter unten dar-gethan wird.

Allgemein gesprochen hatten die Kriegskunst und deren ver-schiedene Zweige im Alterthum unzweifelhaft auch ihre Theorie oderWissenschaft, nur bildete diese kein besonderes, selbständiges undsystematisches Ganzes. Die Kegeln oder Gesetze derselben waren nachderen verschiedenen Branchen in den oben angegebenen Werken zer-streut und hatten den wichtigen Vorzug, dass sie keine Frucht abstractertheoretischer Erwägungen waren, sondern direkt aus der alleinigen Quelleherflossen, aus der sie naturgemäss sich herleiten können und müssen,ausdeu Thatsachen des Krieges und der verschiedenen Kriegsactionen selbst;namentlich der hervorragenden grossen und der anderen geschicktenFeldherren und Heerführer des Alterthums. Deshalb wurde die gesammteKriegskunst und Kriegswissenschaft des Alterthums überhaupt, nament-lich in der späteren Zeit, in den ersten fünf Jahrhunderten n. Chr., mitRecht den Feldherren und, nach deren allgemeiner Bezeichnung bei denGriechen, den Strategen zugeschrieben und diese konnten mit Rechtden allgemeinen Titel Strategen führen. Einen solchen oder ähnlichen