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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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551
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64. Allgemeiner Ueberbliek über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 551

Einige der Werke alter Schriftsteller über Kriegsmaschinen sinduns nicht erhalten worden, werden aber von späteren Schriftstellern er-wähnt, andere sind erhalten geblieben.

Zu den Ersteren gehören zehn Werke griechischer Schriftsteller,wahrscheinlich Mechaniker: Agastarch, Demetrius, Anaxago-ras, Ktesiphon, Metagenes, Ichines, Hermogenes, Karpio,A r g e 1 i o und Satyr.

Von den griechischen über Kriegsmaschinen schreibenden Mecha-nikern sind u. A. bekannt drei Heron's. Der Erste von ihnen lebte zuEnde des 2. Jahrb. v. Chr., war zu Alexandria geboren (dem Hauptsitzder antiken Gelehrten überhaupt und der Mechaniker speciell), ein Schü-ler des Ktesibios und Zeitgenosse des Philon von Byzanz, zweiergriechischer Mechaniker; er schrieb zwei Werke über die Construction.die Maasse und die Thätigkeit vonllandballisten (in späterer lateinischerUebersetzung: 1) De constructione et mensura manuballistae und 2) Detelis conficiendis et jaculandis). Der zweite Hero lebte, wie man an-nimmt, weit später (im 7. oder 8. Jahrh. n. Chr.) und schrieb gleichfallsein Werk über Kriegsmaschinen (in lateinischer Uebersetzung: De ma-chitiis bellicis). Den dritten Heron erwähnt nur der NeapolitanerMarinus in der Lebensbeschreibung des Proklos.

Von dem Werke des Apollo dorüs aus Damascus: Polior-cetlca oder von den Kriegsmaschinen, war bereits im §. 465 die Rede.

Von den römischen Schriftstellern haben Plinius der Jüngerein seiner Historia naturae und Marcus Vitruvius Pollio in demWerke De architectura Kriegsmaschinen zum Angriff und der Ver-theidigung von Städten, besonders Katapulten und Bailisten beschrieben.Auch in den Werken des Ammianus und Hegesyppus finden sichMittheilungen über denselben Gegenstand.

Aus dem Allen ist leicht zu ersehen, welchen erheblichen Antheil ander alten Poliorcetik, als Kunst und Wissenschaft, die griechische Me-chanik und Mechaniker hatten. Sie waren so zu sagen die Seele und dieHauptträger derselben in der späteren Zeit und ihnen gebührt auch diegrösste Ehre des Angriffs und der Verthcidigung der Städte in jenerZeit.

Aber fast der grösste Ruhm in dieser Hinsicht fällt dem berühmtengriechischen Mathematiker und Mechaniker Archimedes zu, geborenzu Syracus i. J. 287 v. Chr. Bei der Verteidigung seiner Geburtsstadt inden Jahren 213212 gegen die Römer unter Marcel lus, entfaltete undbekundete er seine ungewöhnliche Begabung und Kenntniss in Mathema-tik und Mechanik. Polybius, Titus Livius, Plutarch reden aus-führlich und mit Bewunderung von allen den Maschinen und mechani-schen Hülfsmittelu. welche er gegen die Römer anwendete. Er hinter-