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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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04. Allgemeiner Uebcrblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 545

Ein gleiches Schicksal hatten fast alle die Werke der ersten römi-schen .Schriftsteller. Mit den 6 Büchern des C. Cinnius De re mili-tari, welche Agellius erwähnt, und dem Werke des CorneliusCelsus, von welchem Vegetius und Raphael Volaterranusreden, der Letztere in seiner Anthropologie, sind auch die takti-schen Schriften des Alimentus, Plinius, Varro und M. TulliusCicero verloren gegangen; einige von des Letzteren erhalten geblie-benen Werken werden übrigens von Angeles December in dessenWerke de politia litteraria als schlecht und entstellt bezeichnet.Wenn schon aus den Werken der besseren Schriftsteller: Diodor vonSicilien, Dionys von Halicarnass, Bio Cassius und TitusLi vius nur einige Fragmente uns erhalten sind, so ist es leicht zu be-greifen, dass die Schriften der übrigen Schriftsteller aus jener oder nochfrüherer Zeit vollständig verloren gegangen sind, wie z B. die einesAntimachus, Meuelaus, Argios und vieler anderer, welche überdie thebischen Kriege schrieben, aller Schriftsteller des trojanischenKrieges, welche von Aeliauus, Suidas und Athenaeos genanntwerden, die ca. 300, welche allein die Schlacht bei Marathon beschrie-ben, u. s. w.

Die auf uns gekommenen Werke der griechischen und römischenHistoriker enthalten u. A. auch Nachrichten über Stärke, Stand und Be-waffnung der vVrmecn. Dahin gehören :

Homer, der in der Iliade II 86 Schiffe aufzählt, auf denen die-Griechen nach Troja segelten, und Angaben über die Aufstellung, Plätze,Dispositionen und Kämpfe der Griechen und der Trojaner macht; 11 e-rodot, der den griechisch-persischen Krieg bis zur Schlacht bei Plafaeabeschreibt; Thucydides, als Augenzeuge des peloponnesischeu Krie-ges, der ausführlich die Aufstellung und Formation der Truppen, dieSchlachten, Befestigungen und Belagerungen schildert, und nach ihmXenophon, der in der Anabasis den Zug der 10,000 Griechen nachHochasien bis Kunaxa und von da zurück nach Kleinasien und Griechen-land beschreibt, in der Cyropädie Anleitung über Heeresorganisationund über Ausbildung der Krieger und Heere giebt, in 2 anderen Werkenaber Abhandlungen über Erkennen der Eigenschaften der Pferde, überdas Reiten und die Aufsicht über Pferde, und über die Eigenschaften undObliegenheiten eines Reiterführers bringt.

Die ersten Schriftsteller der Römer waren gleichfalls Griechen:Diodor von Sicilien, Dionys von Halicarnass und Appian vonAlexandrien sprechen gelegentlich auch vom Kriegswesen, obgleich mitweniger Umständlichkeit und Gründlichkeit als Poly b i u s. Der Letzterebeschreibt genau und ausführlich sowohl Kriegsorganisation und Lagerder Römer, als ihre Aufstellung und Kampfweise im Gefecht, er ge-

Gal.itzin, Allgein. Kriegsgeschichte. 1,5. 35