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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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63. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 539

grosser römischer Feldherr und in seiner Art der Kriegführung"prägte sich die der Römer überhaupt vollkommen aus, und zwar in ihrerganzen Höhe und Grösse. Damit im Einklänge verstand es Cäsar ausge-zeichnet, Kriegspolitik als Hülfsmittel der Kriegführung zu treiben.Nachdem er den Krieg gegen die Helvetier in der Defensive geführt,führte er danach immer den Krieg offensiv, auch in strategischer Hin-sicht , und wenn er auch bisweilen in die Defensive überging, so wardas doch nur zeitenweise, um Zeit und Kraft zu gewinnen zu demnäch-stigen um so energischeren Angriffsoperationen. Objecte seiner erstenAngriffsbewegungen und Operationen waren die nächstgelegenen oderwichtigsten Punkte, wo die Kräfte des Feindes concentrirt standen.Die kürzeren Defensivmomente zwischen den Offensivoperationen-sar's blieben nicht bei der reinen Defensive, sondern waren mit kühnenAngriffs- und Defensivactionen unter Anwendung aller Vorsichtsmaass-regeln und Sicherung nach allen Seiten verbunden. Im Frühjahr, Som-mer und Herbst den Krieg führend, legte er zum Winter die Truppen infeste Lager, bisweilen aber nahm er die Feindseligkeiten gegen Endeund sogar inmitten des Winters wieder auf. Bevor er seine Feldzügeund Kriege eröffnete, war er immer bemüht, Nachrichten über das Land,wo, und über den Feind, gegen welchen er zu operiren beabsichtigte,einzuziehen. Während er stets numerisch schwächer war als seine Gegner,übertraf er sie an kriegerischer Tüchtigkeit seiner Soldaten, die unbedingtan ihn und an den Sieg glaubten, wie in Bezug auf deren ausser-ordentliche Leistungsfähigkeit im Ertragen von unsagbaren Beschwerdenund Entbehrungen, und in Ausführung unglaublicher Märsche, Operatio-nen und Arbeiten. Die numerische Ueberlegenheit des Feindes bewogihn, so selten und so wenig'wie möglich seine Kräfte zu theilen, sie vor-zugsweise zusammenzuhalten, oder, wenn er sie zu theilen genöthigtwar, sie sofort wieder zusammen zu ziehen. Den Feind dagegen suchteer zur Theilung seiner Kräfte zu-verleiten, um dann die einzelnen Theileplötzlich und ungestüm anzufallen und zu schlagen. Er selbst theilteseine Kräfte auch bei solchen Gelegenheiten, wo es erforderlich wurdedie Verbindungen der Armeen mit dem Lande hinter seinem Rücken zuschützen, welches ihm zur Operationsbasis diente. Ein Mittel hierfürboten ihm auch die auf den Verbindungslinien im Rücken der Armee inStädten, festen Lagern u. s. w. zurückgelassenen Truppencorps. Umgeschickt entworfene Operationen mit Erfolg ausführen und deren Zieleerreichen zu können, sorgte er u. A. für zuverlässige Sicherstellung derVerpflegung seiner Truppen, auf welche er stets ausserordentlich be-dacht war.

Einen wesentlichen Unterschied zwischen der römischen (methodi-schen) und der barbarischen (ungeregelten, ungeordneten) Art der Krieg-