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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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532 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Nachdem er seinen Rücken nach Seite Griechenlands, Illyriens undThraciens gedeckt hatte, und mit 35,000 Mann, welche einen dreissig-tägigenMundvorrath mit sich führten, über den Hellespont nach Kleinasiengegangen war, unterwarf er in drei Feldzügen und nach zwei grossenSchlachten und drei grossen Belagerungen die ganze Ostküste des mittel-ländischen Meeres, Kleinasien, Syrien, Palästina und Aegypten. So wareine zweite Erneuerung der Operationen gegen Persien mit der Herrschaftzur See gesichert, und nun eroberte er in einem Feldzuge und nach demeinen Siege bei Arbela die inneren Provinzen Persiens und setzte sich indenselben fest. Aber die Eroberung der nordöstlichen gebirgigen Pro-vinzen Persiens, wo kriegerische und tapfere Völker wohnten, kosteteihm vier beschwerliche Feldzüge, deren äusserste Ausdehnung nachNorden sich bis an den Jaxartes erstreckte (jetzt der Fluss Syr-Darja).Dann machte er einen Feldzug nach Indien, und endlich den letzten vomHyphasisflusse nach Babylon zurück, wo sein vorzeitiger Tod ihm nichtmehr gestattete, seine Eroberungen in Asien und Afrika zu befestigen.

Die allgemeinen Resultate seiner acht Feldzüge sind wahrhaft er-staunlich. In acht Jahren hatte er ein Gebiet von 100.000 Quadratmeilenerobert, war vom Hellespont bis zum Hyphasis vorgedrungen (1500 Mei-len), vom Hyphasis bis Babylon (500 Meilen) im Ganzen also 2000 Meilen,hatte in 5 Hauptschlachten und vielen kleineren Treffen gesiegt, einigegrosse und kleinere Belagerungen durchgeführt, und eine bedeutende Zahlvon Festungen unterworfen, darunter die grössten und Hauptstädte vonPersien. Sein Sieg am Granicus unterwarf ihm halb Kleinasien, der beiIssus Syrien, Palästina und Aegypten, der bei Arbela das innereeigentliche Persien, der am Hydaspes Indien. In allen diesen achtFeldzügen ging seine Armee über Ströme, wie Nil, Euphrat, Tigris,Oxus, Indus, Hydaspes, über alle die hohen Gebirgszüge Asiens bis zumheutigen Tübet, und durch die unfruchtbaren, wasserarmen und men-schenleeren Wüsten Gedrosia und Carmania. Ueberall trug er Sorge,dass die in seinem Rücken liegen bleibenden eroberten Provinzen undStädte durch Truppen besetzt und gesichert wurden, wozu er an 20,000Mann verwendete, ungerechnet die übrigen Garnisonen, deren Besatzungs-zahl nicht genau bekannt ist. Ausserdem wurden aus seinem Heerewährend seiner Feldzüge diejenigen macedonischen Krieger entlassen,welche ihre Zeit ausgedient hatten. Seine Verluste in den Schlachtenwaren verhältnissmässig, ja fast unglaublich gering, besonders in denvier Hauptschlachten, und zwar: am Granicus todt 129 Mann, beiIssus 450 Mann, bei Arbela 500 Mann, am Hydaspes 980 Mann,im Ganzen 2059 Mann, verwundet bei Issus 504 Mann. Eine allgemeinezuverlässige Angabe über die Zahl der Gefallenen, Verwundeten, ihrenWunden oder Krankheiten Erlegenen zu machen ist unmöglich, man