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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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526
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526 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Eeiches.

Nachrichten existiren, war Cyrus, der im Alterthurn gerade als Feld-herr und Eroberer in hohem Ansehn stand. Nachdem er nacheinanderdas medische, armenische und lydische Reich, letzteres in Folge des ge-schickten Kampfes und Sieges bei Thymbra, erobert und seinem Feld-herm Harpago die Unterwerfung der kleinasiatischen griechischenColonieen übertragen hatte (was dieser auch ausführte), eroberte Cyrusalles Gebiet vom mittelländischen Meere bis zum Tigris und vollendetedurch die Einnahme von Babylon die Unterwerfung des babylonischenEeiches und von ganz Mittel-, Klein- und Westasien, und dies Allesin 21 Jahren (560539 v. Chr.). Gegen Ende seines Lebens wendeteer seine Waffen gegen die Massageten, ein Nomadenvolk südwest-lich des caspischen Meeres, wahrscheinlich, um die persische Monarchienach Norden gegen sie zu sichern. Anfangs wollte er sie von jenseitsdes Araxes hervorlocken und innerhalb der persischen Grenzen schlagen,dann aber ging er auf Crösus' Anratken auf Brücken über den Araxes,lockte die Massageten in einen Hinterhalt und machte viele nieder, wurdedemnächst aber selbst von ihrer Hauptmacht angegriffen und verlorSchlacht und Leben (529 v. Chr.). Die von ihm auf Crösus' Rath ange-wandte List gegen die Massageten bestand darin, dass, um sie zu locken,im Lager der Perser ein grosses Gastmahl mit reichlichen Speisen undGetränken hergerichtet und die schlechten Truppen dabei zurückgelas-sen wurden; mit den besten und der Hauptmacht gingen Cyrus und Crö-sus an den Araxes zurück in einen Hinterhalt. Von hier aus überfielCyrus die Massageten grade, als sie im persischen Lager zechten undplünderten, und brachte ihnen eine vollständige Niederlage bei. Aberdas war nur ein Dritttheil ihrer Macht gewesen, die Hauptmacht hattensie absichtlich zurückgehalten, und als Cyrus nun vorrückte, wurde erseinerseits aufs Haupt geschlagen. So haben beide Theile eine Kriegs-list angewendet, und die eine besiegte schliesslich die andere: und insolchen Kriegslisten bestand, nach damaligem Begriffe, die Kunst derKriegführung.

Mit noch grösserer Schlauheit, d. h. Kunst, operirten die Scythengegen DariusHystaspis. Beständig dem Kampfe ausweichend, dieFlanken der Perser umfassend, den Rückweg zur Donaubrücke ihnenverlegend, das Land ringsum und alle Vorräthe verwüstend, Quellenund Brunnen verschüttend u. s. w., verwüsteten sie das Land doch nichtvollkommen, um die Perser dadurch nicht zu schnell zum Rückzuge zuzwingen, Hessen vielmehr einen Theil der Landesproducte und Vorrätheunversehrt, um die Perser tiefer in das Innere des Landes zu locken,dadurch noch mehr zu ermüden und zu schwächen und dann um so leich-ter zu besiegen. Ausserdem, um die Aufmerksamkeit und die Kräfteder Perser zu theilen und Letztere in Ungewissheit zu lassen, wo sich