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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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506 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

bei den Griechen, die letzteren noch weit mehr. Die Befestigungen der-selben bestanden aus einem Erdwall mit Pallisadenzaun und Graben da-vor von geringerem oder stärkerem Profile, bei den stehenden Lagernnoch aus runden, erhöhten Schanzen oder ThUrmen auf den ausspringen-den Winkeln, wo die Wurfmaschinen (Ballisten und Katapulten) aufge-stellt wurden. Die Marschlager befestigten die Truppen selbst und insehr kurzer Zeit, in der Nähe des Feindes unter Bedeckung von beson-deren Abtheilungen. Der Lagerdienst wurde sehr strenge und regelmäs-sig gehandhabt.

Ihre Lager schlugen die Bömer mit der vorderen Seite an dem Ab-hänge einer Anhöhe, mit der hinteren Seite auf dem Gipfel derselbenauf, in der Nähe von Wasser und Wald und mit ebenem und offenemTerrain davor für den Kampf. Der Dictator Fabius Cunctator warder Erste, der solche Lager als befestigte Verthcidigungspositionen indurchschnittenem Terrain anwendete, auf Anhöhen , sogar auf Bergen.Nach ihm zeichneten sich durch besondere Kunst hierin aus: JuliusCäsar, Vespasian, Agricolau. A.

In Bezug auf den Kampf dienten die Marschlager den Römernals Stützpunkte, wenn er vor und in der Nähe des Lagers statt-fand. Bei einigen besonderen Gelegenheiten indessen (Angriffen durchsehr zahlreiche feindliche Schaaren u. s. w.) wurden die Lager auchzur Vertheidigung direct benutzt. Dies kam besonders häufig in spätererZeit vor, hauptsächlich im Orient gegen die Barbaren und in Europa.Die höchste Stufe der Entwicklung und Vollkommenheit aber erreichtedie Lagerkunst bei den Kömern in den Kriegen und Feldzügen C ä s a r' s,in Folge der besonderen Kunst desselben in Anlage und Verschanzungder Lager zum Zwecke der Offensive sowohl, wie namentlich der Defen-sive gegen die , seinem Heere stets an Zahl überlegenen Feinde. DieLager desselben hatten bisweilen so grosse Dimensionen an Umfang,Profil und hinsichtlich der verschiedenen fortificatorischen Hülfsmittelund den Raumflächen vor denselben, dass sie weite verschanzte Lagerfür mehr oder minder zahlzeiche Heere bildeten. So waren besondersdie Lager von Alesia, Dyrrhachium, Ruspina, Ucita u. s. w.

Später, zur Zeit des Kaiserreichs, erreichte die Castrametatio beiden Römern eine noch grössere Vollkommenheit nicht allein in takti-scher, sondern auch in strategischer Hinsicht. Der Bau grosser, ständi-ger, fester Lager in der Art von kleinen Festungen, bildete ein besonde-res System zur Vertheidigung der Grenzen des Reiches an Rhein, Donau,Euphrat, wie auch zu fortgesetzten Offensivoperationen und Eroberungenjenseits dieser Grenzen, namentlich in Germanien zwischen Rhein, Weserund Elbe. In diese Categorie gehörten auch die grösseren oder kleinerenstehenden befestigten Lager (Castelle, Forts, Blockhäuser). In eigen-