502 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Keiclies.
dritten Linie dem römischen linken Flügel zu Hülfe kam, mit ihm vereintdie Germanen schlug, und dadurch den Sieg entschied.
In der Schlacht bei Bibrax am Axonaflusse stand Cäsar mit demRücken gegen diesen Fluss auf einer Anhöhe, sicherte seine Flankendurch Gräben und Verschanzungen und durch Wurfgeschütze, hatte zweineue Legionen im Lager gelassen. und vor seiner Front einen kleinenihn von den Belgiern trennenden Sumpf. Die Letzteren gingen abthei-lungsweise über die Axona, um die hinter Cäsar's Lager befindlicheBrücke über diesen Fluss zu vernichten. Cäsar aber kam ihnen zuvor,indem er mit der Reiterei und dem leichten Fussvolk über die Brückeging, und Jene angriff und schlug.
In der Schlacht am Sabisflusse hatten ursprünglich die Nervier dieAbsicht gehabt, die Römer während des Marsches, wo ihre Bagage zwi-schen den Cohorten sich befand, anzugreifen. Allein Cäsar, der dies er-fahren, änderte seine Marschordnung, indem er die Cavallerie und dasleichte Fussvolk an die Tete nahm, dahinter die sechs alten Legionen,die Bagage, und an die Queue die zwei jungen Legionen. Als dann diesechs Legionen das Lager am Sabisflusse aufschlugen und befestigten,gingen die Nervier über diesen Fluss und griffen die Legionen mit Un-gestüm an. Cäsar begab sich in Person nach dem linken Flügel zurzehnten und neunten Legion, warf die Nervier hier zurück und verfolgtesie über den Sabis. Die achte und elfte Legion im Centrum errangendenselben Erfolg, aber die siebente und zwölfte auf dem rechten Flügelwurden von überlegenen Kräften in Front, Flanke und Rücken ange-griffen. Cäsar eilte ihnen zu Hülfe, sprach ihnen Muth ein, und befahlihnen eng zusammen zu sbhliessen und nach allen Seiten Front zu machen.Die herankommenden beiden hintersten Legionen des Labienus, diezehnte Legion von vorn, und die sich von Neuem sammelnde Cavalleriehalfen die Nervier abwehren, die Römer gingen zum Angriff über, unddie Nervier wurden endlich nach verzweifelter Gegenwehr auf's Hauptgeschlagen.
Die Schlacht bei Pharsalus muss in ausschliesslich taktischem Be-tracht schon deshalb als interessanteste von allen Schlachten Cäsar'sgenannt werden, weil in Bezug auf Bewaffnung, Formation, Ausbildungund moralische Begeisterung die beiden kämpfenden Parteien sich iuganz gleicher Lage befanden, mit Ausnahme dessen, dass : 1) Cäsar nur80 Cohorten oder 32,000 Mann Fussvolk und 1000 Mann Reiterei imFelde, und 2 Cohorten im Lager hatte, während bei Pomp ejus sich47,000 Mann zu Fuss und 7000 Mann zu Pferde im Felde, und 7000 MannFussvolk im Lager befanden, — und 2) der grösste Theil von Cäsar'sTruppen aus neu ausgehobenen bestand. Bei dieser gegenseitigen Situa-