63. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des- Alterthnms. 501
In der Schlacht an der Trebia wurden die Kömer in Flanke undKücken angegriffen und von allen Seiten bedrängt, 12000 Mann schlugensich im Centrum nach heftigem Kampfe durch die karthagische Armeedurch und zogen sich nach Placentia zurück.
Die Schlacht bei Cannae bietet ein der Thätigkeit der macedonischenKeiterei bei Issus ähnliches Beispiel. Hasdrubal hatte die römischeCayallerie der rechten Flanke geschlagen und aufgerieben, jagte dannkühn und schnell nach dem anderen Flügel, warf auch dort die römischeKeiterei zurück, liess sie durch die numidische verfolgen und fiel seiner-seits dem römischen Fussvolk in den Rücken, wodurch er den Sieg zuGunsten Hannibal's entschied.
Besonders interessant sind aber die augenblicklich, während desGefechtes, ergriffenen, den Gang desselben bestimmenden und seinenAusgang entscheidenden Maassregeln Julius Cäsar's, wie sie fastin allen seinen Schlachten hervortreten und ihn eben dadurch als einender grössten Feldherrn zeigen. Keiner seiner Vorgänger verstand es soausgezeichnet wie er, die Legionen im Kampfe als selbständige taktischeEinheiten zu verwenden. Seine Legaten bildete er zu geschickten Unter-feldherren aus, vollkommen fähig den allgemeinen Verlauf des Gefechteszu begreifen und dem entsprechend und den Umständen gemäss handelndeinzugreifen. Die Eintheilung der Legion in Cohorten und ihre Auf-stellung in 3 Linien boten Cäsar alle Mittel zur Unterstützung bedrohterPunkte, Verstärkung eingeleiteter Angriffe, Bedrohung der Flanken desGegners, und Verwendung bei unvermutheten Vorkommnissen.
So stellte in der Schlacht bei Bibracte, als die Helvetier Cäsar'sArrieregarde angriffen, um des'Letzteren Marsch gegen diese Stadt auf-zuhalten, Cäsar unter dem Schutze seiner Cavallerie, welche die Hel-vetier beschäftigte, die vier alten Legionen in drei Linien auf die halbeHöhe eines Bergabhanges, hinter sie aber auf die Anhöhe die zwei neuenLegionen und die Hülfstruppen mit der Bagage. Die römische Reitereiward geworfen, das Fussvolk der Helvetier griff die Römer in Phalangenan. wurde aber abgeschlagen und stellte sich auf einer Anhöhe dahinterauf. Die verfolgenden Römer wurden in Flanke und Front gefasst, wobeiihre dritte Linie sich auf die Flanke der Angreifer stürzte. Der von6 Uhr Morgens bis zum Abend fortdauernde Kampf endete mit der Nie-derlage der Helvetier, dem entscheidenden Siege der Römer über sieund ihrer Verfolgung bis zu ihrer Bagage, bis zur sinkenden Nacht.
In der Schlacht gegen Ariovist brach Cäsar mit drei Legionenzum Angriffe auf. eröffnete den Kampf mit seinem rechten Flügel gegenden feindlichen linken, als den schwächsten. und schlug diesen. AberAriovist's rechter Flügel hielt tapfer Stand, bis Crassus mit der