500 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.
In der Schlacht am Hydaspes hält die indische Reiterei des rechtenFlügels lange Stand gegen die kühnen und entscheidenden Angriffe dermacedonischen linken Flügel-Cavallerie auf Flanke und Rücken, obgleichsie dabei gezwungen wurde, ihre Flanke zurück zu biegen. Dann aberauch im Rücken angefallen, machte sie in zwei Linien Front nach vornund nach hinten und wich nur der überlegenen Macht der Angreifer.
In der Schlacht bei Raphia wurden Centrum und rechter Flügel desAntiochus geschlagen, sein rechter Flügel hatte den Sieg errungen.Nun eilte Echekrates, Befehlshaber der ägyptischen Reiterei desrechten Flügels, mit dieser nach dem linken Flügel, griff die verfolgendeReiterei des Antiochus in Flanke und Rücken an, und erfocht hierden Sieg.
In der Schlacht bei Sellasia warf die leichte Reiterei des K1 e o m e -nes sich in Flanke und Rücken des angreifenden linken Flügels des An-tigonus. Der später so berühmte Philopömen, damals nochAnführervon 1000 Mann Fussvolk, lenkte die Aufmerksamkeit des ReiteroberstenAlexander auf die Bedrohung dieses Flügels, Alexander aberbeachtete es nicht und verblieb in Unthätigkeit. Nun stürzte Philo-pömen aus eigenem Antriebe, ohne Befehl, sieb auf den Feind, verjagteihn und schaffte dadurch dem linken Flügel die Möglichkeit, seinen An-griff fortzusetzen, welcher denn auch zum Siege führte.
Die Schlachten der Römer bieten nicht weniger Beispiele von beson-deren Bewegungen und Operationen, welche den Sieg entschieden.
Im Anfange des ersten Gefechtes bei Fidenae wurden die Römer vonden Bewohnern von Alba, welche den rechten Flügel der Römer bil-deten, plötzlich verlassen. Tullus Hostilius nahm sofort mit derzweiten Linie ihre Stelle ein und rief laut, dass die Albaner auf seinenBefehl abgerückt seien, um dem Feinde in den Rücken zu fallen. Diesbefeuerte seine Krieger und machte die Gegner bestürzt, und die Römergewannen den Sieg.
In der Schlacht des M. Fabius mit den Vejentern und Etruskernschickte er einen Theil seiner dritten Linie dem rechten Flügel zu Hülfe,den andern dem linken. Unterdessen hatten die Etrusker ihrerseits einenTheil des Fussvolks aus ihrem Centrum um die linke Flanke herum ge-schickt , zum Angriffe auf das Lager und den Rücken der Römer. Aberder Consul Manlius eilte mit Abtheilungen aus der zweiten Linie zurHülfe herbei, und der Feind wurde überall besiegt.
In dem zweiten Kampfe bei Fidenae machten die Einwohner dieserStadt einen Ausfall und griffen mit brennenden Fackeln den linkenFlügel der Römer an, sie wurden aber von der römischen Cavallerie inFlanke und Rücken genommen und geschlagen.