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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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499
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(i3. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthuras. 499

feindlichen Fussvolks; aber die spartanische Reservereiterei warf sichihnen entgegen und stellte das Gefecht wieder her. Inzwischen hatte dieathenische Reiterei sich wieder formirt, fiel dem böotischen Fussvolk indie rechte Flanke und machte einen grossen Theil desselben nieder. Daswar vielleicht eine der Ursachen, dass der Hauptangriff des thebanischenlinken Flügels nicht so entscheidende Resultate hatte, als er hätte habenkönnen.

Auch die Schlacht bei Chäronea bietet die Erscheinung, dass diebeiderseitigen rechten Flügel geschlagen waren. Aber Philipp führtedas Fussvolk aus seinem Centrum gegen die athenische Reiterei der lin-ken Flanke, welche in Unordnung die geschlagene macedonische Rei-terei der rechten Flanke verfolgte. Sie ward mit leichter Mühe zurück-getrieben, und dann wurde das griechische Fussvolk durchbrochen undzersprengt.

In den Schlachten Alexander's d. Gr. hatten dessen Angriffsplänestets solchen entscheidenden Einfluss und vvar die moralische Ueberlegen-heit auf seiner Seite so gross, dass bei den Gegnern nur sehr wenigeFolgen von irgend welchen geschickten Bewegungen und Operationenhervortraten, und wo sie sichtbar werden, fallen sie dem griechischenSöldnerfussvolk und der Reiterei anheim.

In der Schlacht bei Issus nutzten die persischen Griechen den Um-stand, dass die Mitte der macedonischen Phalanx bei dem Uebergangeüber den Pinarus nicht rasch genug den vordersten Gliedern nachfolgenkonnte, aus. indem sie einige Abtheilungen ihres Fussvolkes vom linkenFlügel über den Pinarus schickten und die zurückgebliebene macedo-nische Phalanx angreifen Hessen. Aber dieser vereinzelte Angriff wurdenicht unterstützt, Alexander d. Gr. hatte sich inzwischen mit seiner Rei-terei zurückgewendet, fiel den Griechen in die Flanke und rieb sie auf.

In der Schlacht bei Arbela entwickelte die persische Cavallerie eineerfolgreiche Thätigkeit, wie durch Gegenangriffe auf beiden Flanken, soauch durch eine Frontal-Attacke aus dem Centrum. Alexander d. Gr.führte diese Schlacht in musterhafter Weise durch. Nachdem er denlinken Flügel der Perser geschlagen, eilte er dem Parmenio auf seinemlinken Flügel zu Hülfe, welcher von der persischen, theilweise sogar biszum macedonischen Lager vorgedrungenen Reiterei heftig gedrängtwurde. Auf dem Wege dorthin stösst er auf diese Reiterei, welche sichnun durchschlagen will, es entbrennt ein heisser Kampf mit derselben,endlich wird sie geworfen, und als er nun zu Parmenio kommt, findet erdiesen schon siegreich den rechten persischen Flügel zurückdrängend.Darauf eilt er wieder nach seinem rechten Flügel zurück, vervollstän-digt die Niederlage der Perser und setzt bis zur Nacht hin ihre Verfol-gung fort.

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