486 'IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.
und Alexander's d. Gr.). Je nach der Beschaffenheit des Terrains oderden besonderen Absichten des Feldherrn wurden die Abtheilungen auchwohl hinter einander aufgestellt, also in grösserer Tiefe als zu i 6 Glie-dern. Bei Leuktra hatte ein Theil der thebanischen Phalanx des Epami-nondas 48 Glieder bei 32 Rotten Front. Philipp von Macedonien machtebei seiner Phalanx Tiefe und Front gleich, weshalb sie auch zum Unter-schiede von der griechischen die macedonische genannt wurde.
Bisweilen wurde die Phalanx mit zwei Fronten formirt, nach vornund nach hinten, oder im hohlen oder im vollen Keil, oder in Zangen-,in Rhombusform, oder in Dreiecksgestaltj oder dem Schweinekopf.Diese letztere Form bestand in mehreren Abtheilungen, die allmälig vonder Spitze nach der Queue hin grösser wurden. Aber alle diese gewin-kelten Aufstellungen dienten mehr zum Exercitium, wie zum Kampfe,für dessen Zwecke die Griechen unter »Keil« überhaupt eine Angriffs-formation verstanden, welche mehr Tiefe als Frontausdehnuug hatte.Sehr oft machte das Terrain eine ungewöhnlich tiefe Formation der Pha-lanx erforderlich.
Zur Vertheidigung gegen die Cavallerie wurde Viereck (Carre) for-mirt, mit der Front nach allen vier Seiten, oder ein hohles Viereck, des-sen Flanken länger als die Front waren, und das Thurm genanntwurde.
Die Kampfart der Griechen in der Schlacht war überhaupt höchsteinfach: Reiterei und leichtes Fussvolk eröffneten den Kampf, dann zogensich sie durch die Zwischenräume der Phalanx oder um die Flankenherum zurück, sobald die Phalanx selbst sich mit eingelegten Lanzenzum Angriff in Bewegung setzte (bei den Spartanern beim Klange derFlöten, nach dem Takte der Musik, um Ordnung und gleichmässigen Marschzu erzielen). Ob das griechische Fussvolk im Gleichschritt oder Trittmarschirte, wird in der Geschichte nirgends erwähnt. Während desKampfes ertheilte der Feldherr seine Befehle entweder selber mit eignerStimme oder durch Herolde, oder auch durch Signale mit den Hörnernoder den Feldzeichen.
Die griechische Reiterei focht gleichfalls in dieser Aufstellung, mehroder minder in Quadratform eine IIa von 64 Reitern z. B. in 8 Rottenzu 8 Gliedern). Die spartanische Cavallerie kämpfte zu 5, 6, auch 12Glieder tief. Bei dieser tiefen Aufstellung attakirten die Glieder ver-muthlich in Abwechselungen ,2,3 oder 4 zugleich. die sich dann stetshinter den letzten wieder rangirten. Epaminondas, Philipp und Alexan-der von Macedonien formirteii ihre Cavallerie nur zu 4 Gliedern, wasspäter auch Arrian in der Theorie festsetzte.
Die dritte im Alterthum vorkommende taktische Form war die rö-mischeLegion, welche im Verlaufe von zwölf Jahrhunderten, .seit