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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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G3. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 485

Tiefe, die Märsche aber aus Bewegungen in 1 Rotte und 100 Mann Tiefe.Die Abtheilungen standen neben einander in einer Linie, zu Xenophon'sZeit betrug die gewöhnliehe Tiefe der aufgestellten Phalanx 12 Glieder.Die macedonische Doppelphalanx hatte 500 Eotten Front und 16 GliederTiefe, die grosse oder 4fache aber 1000 Rotten zu 16 Gliedern oder 500Rotten und 32 Glieder. Die geringste Tiefe der Phalanx war im Allge-meinen 8 Glieder, bisweilen nur 6 und sogar 4 Glieder.

Die Frontausdehnung der Phalanx betrug nach Aelian: 1) in dergeöffneten Aufstellung für jeden Mann 6 Fuss Breite und Tiefe, 2) inder der gewöhnlichen geschlossenen je 3 Fuss, und 3} in der eng geschlos-senen, Schild an Schild, je 1 J / 2 Fuss. Die letztere Formation ward zumAngriff wie zur Vertheidigung angewendet. Cornelius Nepos schreibtdie Erfindung dieser Art von Aufstellung dem atheniensischen FeldherrnChabrias zu; dieser ordnete die Phalanx gegen Agesilaus so, dass die Krie-ger, das linke Knie vorwärtsbeugend und ganz hinter dem Schilde ge-deckt, mit vorgestreckten Lanzen den Angriff des Feindes erwarteten,welcher bei diesem Anblick keinen Durchbruch wagte. Bisweilen deck-ten die Krieger mit dem Schilde den Kopf, indem sie den sogenanntensynaspismus oder Verschildung bildeten (Schilddach, Schildkröte),das für Pfeile und Steine undurchdringlich war. Die 24 Fuss langenLanzen ragten über das 1. Glied um 12 Fuss hervor. sogar die aus dem6. Gliede noch um 3 Fuss, und in dicht aufgeschlossener Colonne reich-ten noch die aus dem 12. Gliede aus dem 1. heraus. Die macedonischeSarissa oder Lanze war nur 14, 16, oder 18 Fuss lang, sie reichte beider geschlossenen Aufstellung nur aus dem 4., bei der dicht aufgeschlos-senen aus dem 8. Gliede hervor.

In die vordersten und hintersten Glieder der Phalanx wurden stetsdie tapfersten Krieger gestellt, vorn zum Angriff, und hinten zur Ver-theidigung des Rückens.

Die Bewegungen oder Evolutionen der Phalanx bestanden in Vier-tel-, halben, dreiviertel und ganzen Wendungen, Contremärschen, Ver-doppelungen der Front und Märschen vor- und rückwärts. Der Contre-märsche in Rotten oder Gliedern gab es verschiedene: der macedonische.lakonische, cretische und dorische oder persische. Die Verdoppelung er-folgte in Gliedern oder in Rotten.

Für den Kampf war die Phalanx in rechten und linken Flügel, oderauch ausserdem noch in ein Centrum getheilt; jede dieser Abtheilungenzerfiel wieder in zwei Theile, welche durch Zwischenräume (für denDurchzug der vorn befindlichen leichten Reiterei) getrennt waren. Aufdiese Weise bildete die Phalanx nicht eine ununterbrochene Linie, siegriff auch nicht immer mit der ganzen Linie an , sondern häufig abthei-lungsweise (in der Mehrzahl der Schlachten namentlich Epaminondas'