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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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474 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Zeit bis zu Flavius Joseplms' Zeit, besonders bis zu den Königen undunter Saul, David und Salomo, der besten Zeit der hebräischen Ge-schichte. Was Karthago anbelangt, so scheint es, dass man dort weitstrenger gegen die Feldherren verfuhr, als gegen die Miethstruppen,welche nur durch pünktliche Zahlung des Soldes in Gehorsam und Ord-nung zu erhalten waren, denn anderenfalls konnte man mit ihnen nichtfertig werden und setzte sich von ihrer Seite grossen Gefahren aus.

Ueber Griechen und Römer hat die Geschichte uns in dieser Hin-sicht zuverlässige und ausführliche Nachrichten aufbewahrt.

Aus dem oben bereits über Befehlsführung bei den Griechen GesagtenHessen sich schon die für die militärische Disciplin gefährlichen Momenteerkennen. In Sparta waren es Anfangs die Ephoren, später die 30 Rath-geber bei den Königen in der aktiven Armee, welche die letzteren in derFreiheit der Action, der Maassregeln und Anordnungen in jeder Be-ziehung und somit auch hinsichtlich der Aufrechthaltung einer strengenDisziplin bei den Truppen behinderten. In Athen und den übrigen Staa-ten mussten die jährliche Wahl und der Wechsel der Strategen, sowiederen Unterwerfung unter die strenge Verantwortlichkeit vor Volk undRegierung entschieden ungünstig und schädlich auf die Selbständigkeitder Dispositionen und Handlungen der Strategen einwirken. Die Letz-teren wechselten während ihrer Kriegsunternehmungen und Siege, wur-den durch Andere ersetzt, welche nicht die Operationen ihrer Vorgängerfortsetzen konnten oder wollten. Die Griechen im Allgemeinen, dieAthener im Besonderen, sahen in jedem siegreichen Strategen einen Un-terdrücker ihrer Freiheit und heimlichen Feind des Vaterlandes. DieZuneigung des Volkes und der politischen Parteien setzte die Strategenein und ab, nicht immer fiel die Wahl auf die Fähigsten, und bei demgeringsten Misserfolge oder bei dem Verdachte ehrgeiziger Absichtenwaren die Strategen der schreiendsten Undankbarkeit ausgesetzt, wiedie Beispiele des Miltiades, Cimon, Themistocles, Aristides, Alcibiades,Phocion u. A. darthun. Dies lag theils in der Regierungsform der Grie-chen, theils in ihrem Nationalcharakter, der mit Hang zu Willkür, Auf-ruhr, Streit und Zwist gemischt war. Darunter litt aber auch die Dis-ziplin in den griechischen Heeren. Es existirten bei den Griechen strengeKriegsgesetze hierüber, aber die moralische Kraft gaben denselben nichtsowohl die Bestrafungen der Uebertreter, als vielmehr die im griechischenVolke herrschende und ihm eigenthümliche Denkweise und Sinnesart.Ausser Körper-, Todes- und Geldstrafen standen auf Eidbruch, Klein-muth und Feigheit noch verschiedene öffentliche und beschimpfendeStrafen, wie öffentliche Ausstellung in Weiberkleidung, Entziehung desRechtes zur Betheiligung an religiösen und bürgerlichen Festen oderCeremonien, Verbot der Verehelichung, öffentliche Prügel (Spiessruthen),