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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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472 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Eeiches.

dieser Periode schon nicht selten schädliche und gefährliche Ausbrüchebrachte. Nach dem ersten punischen Kriege aber bis zur ZerstörungKarthagos (241216) geht der Verfall in dieser Beziehung rasch undentscheidend fort und führt gewaltige innere Erschütterungen und end-lich die gänzliche Zerstörung des karthagischen Staates durch die Körnerherbei.

Wenden wir uns nun zu den europäischen Völkern, den Grie-chen, Römern und den Völkern Nordeuropas, welche das West-römische Reich zerstörten, so begegenen wir derselben Erscheinung, aberin unvergleichlich grösserem und interessanterem Maasse.

Die Perioden des höchsten Standpunktes der kriegerischen Ordnung.Disciplin und Geistes waren unstreitig: bei den Griechen nach Ho-mer's Iliacle sogar schon die Zeit des trojanischen Krieges, nach Aus-weis der Geschichte aber die Zeit von diesem Kriege bis zum Ende despeloponnesischen Krieges, und namentlich die der griechisch-persischenKriege (1194404 v. Chr.), bei den Römern die Zeit von der Grün-dung Roms bis zum Ende der punischen Kriege (754146). Die dannfolgenden Zeiten, bei den Griechen von 404 an, bei den Römern be-sonders von 146 an, bieten das traurigste Bild, dem Nichts in der Ge-schichte gleicht, und welches gleich einem furchtbaren Fantom für Jahr-hunderte hinaus eine gewaltige Lehre und Warnung für die Nachwelt,namentlich die kriegerische, bildet. Als dieselben Ursachen, wie sieoben angeführt wurden, 'Luxus, Bürgerkriege, Sittenverderbniss, Hab-sucht u. s. w. in den Griechen und Römern die Gefühle der Ehre undder Vaterlandsliebe, und alle kriegerischen Tugenden der früheren bestenZeiten kriegerischen Ruhmes erstickt hatten, entwickelten sich in ihrenHeeren alle Formen der Laster, welche schon oben genannt wurden, zufurchtbarer Höhe. Das hauptsächlichste und wichtigste dieser Lasterwar aber der Geist der Willkür und des Aufruhr's, welcherjener strengen Disciplin direct zuwider lief, die die Seele jedes wohl-geordneten Heeres sein muss und es bei den griechischen und römischenHeeren jener besten Zeit ihrer Geschichte gewesen war, durch welche siegerechten Ruhm erlangt hatten. Wie schlecht aber in dieser Hinsichtauch die Verfassung der griechischen Heere sein mochte, sie war dochnicht annähernd mit der der römischen Heere nach Augustus bis zur Zer-störung des Weströmischen Reiches zu vergleichen. Die letzteren ver-einten so zu sagen alle Schäden dieser Art, welche bei den oben ge-nannten Völkern des Alterthums vorkamen, in sich. Die ganz natürlicheFolge war deshalb der Fall Griechenlands und Macedoniens vor densiegreichen Waffen der Römer, und der des Weströmischen Reiches unterden Streichen jener Völker Nordeuropas, welche von den Römern in ihremmaasslosen Hochmuthe Barbaren genannt wurden, welche aber die