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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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466 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Oberbefehl über das Heer und waren verpflichtet, nach Ablauf einesJahres das Commando freiwillig niederzulegen, widrigenfalls sie mit demTode bestraft wurden.

Auf diese Weise bildete die Commandoführung in GriechenlandsHeeren, da sie der erforderlichen Einheit ermangelte, eine der schwäch-sten Seiten der Heeresorganisation bei den Griechen und zog häufig un-günstige und schädliche Folgen nach sich. Und ebenso entbehrten dieUnterbefehlshaberstellen in den griechischen Phalangen in Folge derEigenthümlichkeiten der Kegierungsform, des Volkscharakters, der Sittenund Gewohnheiten der Griechen aller erforderlichen Bedingungen zuFestigkeit und Kraft.

Ganz anders erscheinen diese Verhältnisse bei den Mazedoniernunter Philipp und Alexander. Das Commando über die Truppen über-traf bei ihnen das oben beschriebene bei den Griechen wesentlich inso-fern, als es mit der königlichen Gewalt zusammen in der Hand Philipp'sresp. Alexanders concentrirt war und daher den wichtigen Vorzug derEinheitlichkeit, Festigkeit und Kraft besass. Dem entsprechend warenauch die Verhältnisse der Unterbefehlshaber in der macedonischen Pha-lanx geregelt, wo jeder kleinste Theil , vom Lochos (eine Rotte von 16Hopliten) und diesen Unterabtheilungen, 2 Dimörien und 4 Enomotien,bis zu den grössten. der einfachen, Doppel- und grossen Phalanx, hin-auf seine besonderen Anführer hatte, welche für strenge Ordnung undAusführung verantwortlich waren. Dasselbe ist auch von der Befehls-führung in den taktischen Abtheilungen und Unterabtheilungen der Pel-tasten und der Reiterei zu bemerken.

Nach Alexanders d. Gr. Tode behielten die Befehlsverhältnisse beiGriechen und Macedoniern, bis zu deren Unterjochung durch die Römer,dieselben äusseren Formen bei, verloren aber schon an innerem Werthe,an Einheit, Festigkeit und Kraft, geriethen sogar in Unordnung undVerfall.

Bei den Karthagern litt die Commandoorganisation an wichtigenMängeln insofern, als die Heerführer durch das Volk gewählt wurden(stets aus den karthaginiensischen Bürgern), meist nicht nach ihren per-sönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, Kriegsauszeichnungen oderdem Vaterlande geleisteten Diensten, sondern nach Gunst und Neigungdes Volkes, Adel des Geschlechts, Reichthum, Verbindungen, oder Ein-flüssen der politischen Parteien. Der unaufhörliche Hader dieser letzte-ren, der Neid auf die Siege und Eroberungen geschickter oder glück-licher Feldherren, und besonders die Besorgniss, dass sie ihre Machtgegen die Freiheit von Karthago wenden könnten, waren die Ursachenzu häufigem Wechsel der Feldherren, selbst während eines Krieges undder Kriegsoperationen, zur Verweigerung von Geld, von Verstärkungen