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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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444 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

und der Kostspieligkeit des Unterhaltes des Heeres und besonders derPrätorianer, welche doppelten Sold und überhaupt Unterhalt empfingen.Ueberhaupt kostete das römische kaiserliche Heer unvergleichlichmehr, als das frühere römische Volksheer, weil es. gleich einem Söld-nerheere, nur um des Soldes willen und zu Geldzwecken diente. ImBewusstsein ihrer Bedeutung und Wichtigkeit, ihrer Macht und ihrerNotwendigkeit für die Kaiser persönlich wuchs im Heere, und beson-ders bei den Prätorianern der Hochmuth und stiegen die Forderungeneines hohen Soldes für ihre, den Kaisern, nicht dem Staate, geleistetenDienste. Die unmittelbare Folge war die Erhöhung des Gehaltes derTruppen. Schon Cäsar hatte dasselbe verdoppelt, die letzte Lohnerhö-hung war eine Maassregel des gegen den Senat misstrauischen Domitian.Unter ihm wurden die grösseren Geldsummen in Golde ausgezahlt, inaureus genannten Münzen (einem, nach heutigem Werthe etwa 5 Thaler= 15 Mark geltenden Goldstücke). Domitian erhöhte die Löhnung derTruppen um ein Drittel, den drei Stipendien fügte er ein viertes hinzu(jedem Krieger wurde bis zu Domitian's Zeit ein Stipendium von drei,von ihm an ein solches von vier Goldstücken in jedem Drittel Jahre, fürjedes ganze Jahr also zwölf Goldstücke = etwa 60 Thaler) gezahlt.Hierdurch erhöhten sich die Ausgaben für das Heer ausserordentlich.Zur Zeit der Republik war die Anzahl der im Felde stehenden Legionennur zweimal (im zweiten punischen Kriege, (213 und 210 v. Chr.) bisauf 23 angewachsen. Unter den Kaisern aber betrug die Zahl der Legio-nen beständig 30; die Stärke derselben war anfänglich fast die gleichean Fussvolk (6000 Mann), aber weit grösser (über 800 Mann) an Ka-vallerie. Später wuchs die Stärke der Legionen bis zu Constantin d. Gr.immer noch und erreichte schliesslich die Höhe von 12,000 Mann.

Der Ehrgeiz Cäsar's und das Misstrauen Domitian's erklären leicht-lich die von ihnen vorgenommene Erhöhung des Gehaltes der Truppenzu dem Zwecke, sich dieselben persönlich zu attachiren. Schon vorCäsar hatten gleich ehrgeizige Männer, wie Marius. Sulla, Pompejusu. A. die Bestechung der Truppen für das wirksamste Mittel hierzu er-achtet, und die Legionen hatten sich daran gewöhnt, sich für die Be-schirmer nicht des Vaterlandes, sondern ihrer Feldherren und Kriegs-genossen anzusehen. Cäsar versprach, als er über den Rubicon ging,den Legionen grosse Belohnungen, und nachdem er alle seine politischenGegner überwunden, schenkte er am vierten Tage seines Triumphesjedem Legionär 5000 Drachmen oder 20,000 Sesterzien (etwa 600 Tha-ler) ! Als Octavian zum ersten Male nach Italien ging und durch Dro-hungen die Consularwürde erlangt hatte, schenkte er jedem Legionär2500 Drachmen oder 10,000 Sesterzien (etwa 300 Thaler). Und von daan, sagt Dio Cassius, gewöhnten die Legionen sich an den Gedanken,