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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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440 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Keiches.

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Kriegs- oder Operations-Schauplatze die erforderlichen Mittel zu finden,theils aber auch darin, dass die Römer bei ihren fortschreitenden Erobe-rungen die ihnen neuen Länder, deren Beschaffenheit, Einwohner, dieSprache, Sitten und Gebräuche der Letzteren nicht kannten. Daher bil-deten die Verbindungslinien nach hinten und die Zufuhr auf denselbenstets die Hauptgrundlage für den sicheren Unterhalt der operirenden Ar-mee, anfänglich aus den eigenen römischen Provinzen, dann nach undnach aus der ersten eroberten in die zweite, in die dritte u. s. w., inwelchen die zugeführten Vorräthe auch in besonderen Magazinen aufge-häuft wurden. Yegetius sagt, dass der Hunger das furchtbarste einerArmee drohende Uebel, und der Feldherr daher verpflichtet sei vor Allemund über Alles darauf Bedacht zu nehmen, dass er dem Feinde die Le-bensmittel abschneide, dem eigenen Heere aber eine beständige,freie und genügende Zufuhr sichere, und deshalb bei Zeiteneine genaue Berechnung von allem für die Armee Notlügen aufstellen, ingeeigneten und gut befestigten Orten Magazine einrichten, aus dem be-setzten Lande Proviantvorräthe zusammenbringen, sie sorgsam aufbe-wahren und sparsam damit umgehen und sie mehr nach der Kopfzahl alsnach dem Bange ausgeben, im Winter für Holz und Fourage, im Sommerfür frisches Wasser, zu jeder Zeit für hinreichende Vorräthe von Korn,Wein, Essig und Salz sorgen, und die Magazinplätze für alle diese Vor-räthe mit ausreichender Besatzung, Waffen und Wurfgeschützeu ver-sehen müsse. Bei der Versorgung der Festungen mit Lebensmittelnsagt Vegetius, dass man die Festungen durch Sturm oder dadurch ein-nehmen könne, dass man ihnen Lebensmittel und Wasser abschneide undsie durch Hunger zur Uebergabe zwinge. Um dies abzuwenden, räth er,die Festungen rechtzeitig mit jeder Art Proviant, Fourage u. s. w. zuversehen und die Weiber, Greise und Kinder hinaus zu schicken. AusCäsar's Commentaren ist ersichtlich, welche Schwierigkeiten immer durchdie Verzögerung oder das gänzliche Ausbleiben von Lieferungen seitensder verbündeten Völker für sein Heer verursacht wurden, von welchemschädlichen Einflüsse auf die Kriegsoperationen diese Vorkommnissesowohl, als die, wenn auch nur zeitweilige, Unterbrechung der freienBewegung auf den Verbindungen im Rücken seines Heeres waren, undwie sorgfältig er stets darauf bedacht war, diese Bewegung, diese Ver-bindungslinien und die an denselben liegenden Vorrathsmagazine sicherzu stellen. Ueberhaupt ist die Geschichte seines Krieges in Gallien reichan Beweisen, bis zu welchem Grade Cäsar von dem maassgebendenEinflüsse der Truppenverpflegung und deren Administration auf dieKriegsoperationen selbst überzeugt war, und wie er selber dies als einenGegenstand von hoher Wichtigkeit für den Feldherrn ansah.

Auch in den Augen des römischen Senats hatten diese Maassregeln