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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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438 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Befehl des Senats aus dem Schatze verabfolgen, dem Senat allein standdie Verfügung über den Schatz zu.

Nach Angabe des Titus Livius würden alljährlich nach der Wahl desSenats die Ausgaben für das folgende Jahr festgestellt, die hauptsäch-lichsten waren die für das Kriegswesen. Wir finden also bei den Römernzum ersten Male in der Geschichte einen Militär etat (Budget) auf-gestellt. Je nach Umständen war derselbe in den verschiedenen Jahrenein anderer, je nachdem mehr oder weniger Legionen aufgeboten wurden.Es folgt hieraus gleichfalls, dass die Römer in dieser Periode stets dieKrieg saus gaben mit den vorhandenen Mitteln in Uebereinstim-mung brachten, und gerade hierdurch erlangten sie eine systematischeund dauerhafte Unterhaltung ihrer Armeen.

Die kriegsökonomische Verwaltung war nicht von der allgemeinenStaatsverwaltung getrennt, beide lagen den Qua stören ob, welcheschon unter den Königen, dann auch unter den Consuln, vom Volke ge-wählt wurden. Ursprünglich gab es deren zwei, sie verwalteten denStaatsschatz, zahlten den Sold an die Truppen, verkauften auf offenemMarkte die Kriegsbeute und die Kriegsgefangenen, sowie das dem Staatezufallende Gut, sie prägten auch die Münzen. Aber schon im 333. JahreRoms, dem J. 421 v. Chr. wurden neben diesen zwei in Rom verblei-benden Quästoren noch zwei andere gewählt, welche bestimmt waren,als Schatzmeister und Verwalter der gesammten kriegsökonomischenAngelegenheiten (nach Tacitus: ad ministeria belli, wir würden heutesagen als General-Intendanten) bei den Consular-Heeren zu wirken. Inder Folgezeit wählte man wahrscheinlich so viel Quästoren, wie es Pro-vinzen und Armeen in diesen gab. Von Sulla an wurden, wie Tacitusbezeugt, jährlich ihrer 20 gewählt, welche durch das Loos ebenso vielenProvinzen zugetheilt wurden. Um als Candidat für dieses Amt auftretenzu können, musste man 10 Jahre im Heere gedient (oder 10 halbjährigeFeldzüge mitgemacht) haben und also, da der Kriegsdienst vom 16. Jahrean gerechnet wurde, mindestens 26 Jahre alt sein. Die Quästoren standennicht so hoch, wie die Censoren, es scheint, dass sie sich unter derenAufsicht und Controlle befanden. Den Einen wie den Anderen warenviele Beamte unterstellt: Schreiber [scribae), von denen die zu denQuästoren gehörenden scribae quaestorii genannt wurden, und mit derBuch- und Rechnungsführung, Bezahlung und Ausgabe der Lebensmittel,Aufstellung der Rapporte, Listen und Etats etc. beauftragt waren,metatores und mensores, denen die Auswahl der Lagerplätze unddas Aufschlagen der Lager oblag, frumentarii, welche für denTransport der Lebensmittel zu sorgen hatten, Alle gemeinsam auchlibrarii genannt, d. h. Buch- und Rechnungsführer. Alle diese Be-amtenklassen standen bei den Römern in geringem Ansehen und wurden