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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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434 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

höhte er dem entsprechend den Sold, und er that weise daran, dennAlles hing davon ab, die Soldaten zufrieden und zum Dienen geneigt zuerhalten.

Indessen wurden Löhnungsabzüge gemacht: dem Fusssoldaten für2 / 3 einer attischen medimne (griechisches Maass nach Polybius)*") Weizen,dem Reiter für 2 medimnen Weizen und 7 medimnen Gerste, die monat-lich vom Staate ihnen geliefert wurden. Aber Weizen und Gerste standenzu jener Zeit sehr niedrig im Preise, so dass dem Infanteristen alle30 Tage (jeder Monat hatte 30 Tage) ein Tagesgehalt abgezogen wurde.Die Soldaten führten auf Pferden Handmühlen mit sich, um die Weizen-körner mahlen zu können. Später wurden von dem Solde auch Abzügefür Bekleidung, Waffen und Zelte, welches Alles der Staat lieferte (wieTacitus bezeugt) zurückbehalten, in welchem Maasse aber ist nicht genaubekannt.

Als ausser den römischen Legionen auch bnndesgenössische heran-gezogen wurden, welche von den sie stellenden Völkern Waffen und Solderhielten, da gab die römische Regierung denselben ebenso viel Weizenund Gerste, wie den römischen Legionen, ohne Entschädigung oder Be-zahlung zu fordern.

Es ist beraerkenswerth, dass zu dieser Zeit die Legionen sich nie-mals über nicht genügende Quantität oder Qualität der ihnen verabfolgtenLebensmittel beschwerten. Die Ursache dazu lag theils in der Massig-keit der Römer hinsichtlich der Nahrung und in der ursprünglichen Be-schränktheit der Verpflegungsmittel, theils in der, während der ersten5 Jahrhunderte nach Erbauung Roms ganz allgemeinen Ehrlichkeit beider Lieferung und Ausgabe der Lebensmittel, welche bei allen Bür-gern herrschte, und in der Ausschliessung der Freigelassenen undder Sklaven, welche dazu nicht zugelassen wurden. Ausserdemhielten es die Feldherren selber für ihre Pflicht, immer persönlich bei derAusgabe der Lebensmittel zugegen zu sein. Julius Cäsar kehrte, wenner aus dem Lager abwesend war, stets zu dem Ausgabetage der Victualieuin dasselbe zurück.

Die an sie vertheilten Getreidekörner mahlten die Soldaten selber,entweder zwischen 2 Steinen oder auf Handmühlen, deren es per Cen-turie eine gab, und dann bereiteten sie den Mehlbrei {puls) oder bukenBrod. Jeder hatte Essig bei sich, um ihn bei grosser Hitze unter dasWasser mengen zu können.

Zu jedem Feldherrn gehörte ein Quästor, welcher die gesammteKriegsökonomie im Heere leitete, Sold und Proviant vertheilte. Lebens-mittel, Vieh u. s. w. nach Anzahl und Güte überwachte.

*) Die attische medimne war etwa ,3 /io berliner Scheffel. Anmerk. d. Uebers.