62. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 43 t
ohne seinen Namen aufzuschreiben . und auf diese Weise bezahlte er imGanzen etwa 20,000 Talente (ca. 30.000.000 Thlr.l Schulden.
So unterschieden sich also die Kriege Alexander's d. Gr. gegen Per-sien von den früheren Kriegen dadurch, dass er. von einem richtigenGesichtspunkte ausgehend, auf die Verpflegung des Heeres und alle da-mit zusammenhängenden Anordnungen und Maassregeln, welche in dasGebiet der Strategie gehören Bedacht nahm. Er hielt eben die Sicherungund Organisation dieser Dinge für einen wichtigen Theil der Pflichtendes Feldherrn, kannte ihren wahren Werth. brachte die eigentlichenKriegsoperationen damit in Uebereinstimmung und vermied dadurch dienachtheiligen Folgen, welche die Nichtbeachtung dieser weisen und un-erlässlichen Grundsätze häufig nach sich zog.
Nach Alexander's d. Gr. Tode und dem Zerfalle seines Reiches invier Theile befolgten seine Feldherren und Nachfolger noch dasselbeSystem, wenngleich nicht mit gleichem Geschick. Nähere Nachrichtendarüber besitzen wir nicht, und ausserdem geriethen die aus der Mon-archie der Griechen gebildeten Staaten bald in den Kreis der PolitikRoms, welches sie in der Folge ganz unterjochte.
7) Bei den Römern verdient Alles, was sich auf den Unterhaltder Truppen bezieht, um so mehr Beachtung, als es im Alterthum denhöchsten Grad der Vollkommenheit erreicht hat. und als darüber zuver-lässige und eingehende geschichtliche Angaben vorhanden sind. DieSpezialgeschichte dieses Gegenstandes lässt sich in vier Hauptperiodentheilen: 1) von der Gründung Roms bis zur Einführung der Besoldungim Heere im J. 404 v. Chr., 2) von diesem Zeitpunkte bis zu Augustus,3) von Augustus bis zu Diocletian, 4) von Diocletian bis zum Untergangedes Weströmischen Reiches. Bei der Betrachtung einer jeden derselben(wie überhaupt der militärisch-ökonomischen Verwaltung des Alterthums)muss man stets folgende Fragen im Auge haben: welche Bedürfnisselagen vor? welche Mittel gab es, diesen zu genügen"? wie wurde Allesausgeführt ? wie war das ganze kriegswirtschaftliche System der Ver-waltung ?
In Bezug auf die erste Periode erledigen sich alle diese Fragenin höchst einfacher Weise. Rom, mit seinem geringen Landumfange,seinen von Ackerbau lebenden Bürgern, konnte von vorneherein keinegrossen militärischen Bedürfnisse haben. Vor Allem erforderte die Be-festigung Roms, und zwar der Aussenwall oder Mauer, und die innereFestung oder Citadelle, das Kapitol, in welchem alle Schätze und Kost-barkeiten Roms aufbewahrt wurden und die Instandhaltung derselbeneinen Aufwand von öffentlichen Geldern. Die Erbauung derselben ge-hörte zu (Jen Dingen, welche die Römer opera publica nannten, d. h.welche auf Staatskosten ausgeführt und unterhalten wurden. Sie waren