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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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430 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

quisitionssystem unmöglich, und ein ungeordnetes würde für das Heerwie für das Land höchst nachtheilig gewesen sein.

Später, als Alexander keine solche Civil- und Militärorganisationin den nordöstlichen Provinzen Persiens und besonders auf dem Marscheüber den Paropamisus nach Norden vorfand, machte sich in seinemHeere der Mangel an Lebensmitteln, Hungersnoth, Kälte im Gebirge,Krankheiten und Sterblichkeit sehr fühlbar. Nun wurde ein regelmäs-siges Requisitionssystem unmöglich und trat notwendiger Weise durcheine dürftige Verpflegung der Truppen seitens der Landeseinwohner Ersatzdafür ein. Aber die Letzteren versteckten ihre Vorräthe und zuletzt warendie Truppen gezwungen. sich von Wurzeln, Fischen , sogar von ihreneigenen Lastthieren zu ernähren. Erst in Baktrien stiessen eine Mengevon Lastthieren und zwei Kameele mit Proviant und Viehheerden zuihnen. Zu dem weiteren Zuge mussten die Truppen gekochte Speisenfür sechs Tage mit sich nehmen (welche Art von Speisen ist unbekannt).Zu Nysa rastete, nach Uebergabe der Stadt, das Heer zehn Tage, feiertereligiöse Feste zu Ehren des Bacchus und zog die zu dieser Gelegenheitgesammelten Vorräthe heran. Dass aber hierbei Alexander stets' denPlan einer geregelten Verpflegung des Heeres befolgte, bezeugt Curtius.Nach dessen Worten wurden bei Alexanders Feldzuge zum Indus unddenselben hinab die Bewohner der angrenzenden Bezirke geschont undnur verpflichtet, für die Verpflegung der Armee mit zu sorgen. Dessen-ungeachtet brach bei dem weiteren Vordringen Hungersnoth aus und inFolge davon sogar verheerende Krankheiten. Deshalb wurde den Statt-haltern der im Rücken gelegenen Provinzen der Befehl ertheilt, eiligstder Armee auf Kameeleu Lebensmittel und bereitete Speisen und Nah-rung zu schicken. Bei dem GOtägigen Rückmärsche aber durch Gedro-sien und Caramanien kamen , nach Plutarch, 3 /-t der Armee an Hungerund Krankheiten um.

Nach der Rückkehr nach Babylon hielt Alexander über die Satra-pen und Statthalter Gericht, welche er der Nachlässigkeit und Säumig-keit bei Sendung von Proviant an die Armee schuldig gefunden. Darauslässt sich schliessen, dass sie verpflichtet gewesen waren , diese Art vonLieferungen regelmässig zu leisten, und dass Alexander zu diesemZwecke besondere Sorgfalt auf die Abschaffung vieler Missbräuche undBedrückungen der Landesbewohner, auf Einführung ordentlicher bürger-licher und militärischer Verwaltung, aber zugleich auch auf dauerndeErhaltung guter Beziehungen zwischen Truppen und Einwohnern ge-richtet hatte. So z. B. befahl er nach der Rückkehr nach Babylon seinenSoldaten, ihre Schulden anzugeben, und als sie sich dabei argwöhnischund säumig zeigten, liess er im Lager Tische mit Geld aufstellen unddie Schulden eines Jeden bezahlen, ihm aufs Wort glaubend und sogar