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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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62. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Altertlmms. 429

Er eröffnete den Krieg gegen Persien mit nur 35,000 Mann, welcheauf 30 Tage mitVorräthen versehen waren, da er hoffen durfte, in dieserZeit den Krieg unabhängig von anderweitigen Mitteln führen und seinkleines Heer im feindlichen Lande leichter ernähren zu können., alswenn seine Armee stärker gewesen wäre. Daher wäre auch der KathMemnon's, unter Verwüstung des Landes sich zurück zu ziehen, aus die-sem Grunde für Alexander's Heer nicht von grossem Nachtheil gewesen.Dem entsprach auch die Beschränkung des Trains dieser Armee, der nurdie absolut erforderliche Anzahl von Fahrzeugen, Menschen und Thieren,und nichts Ueberfiüssiges führte, und ferner auch dieses, dass in denpersischen Provinzen und vor allen in den kleinasiatischen die Unter-haltsmittel, welche für die persischen Truppen bestimmt waren, sofortund ohne weitere Schwierigkeiten für den Unterhalt der kleinen ArmeeAlexander's d. Gr. verwendet werden konnten. Das geschah denn auchdurch Letzteren nach der Schlacht am Granicus und später: er verwan-delte die persischen Satrapen in seine Statthalter und befahl ihnen, die-selben Abgaben wie früher, und durchaus Nichts mehr zu erheben. Da-durch vermied er jeden Wechsel in der bürgerlichen und militärischenVerwaltung des Landes, welcher nur eine Verminderung der Einkünfteund Unterbrechungen in der Regelmässigkeit des Unterhalts der Trup-pen hätte herbeiführen können. Auf diese Weise trug ganz Kleinasienzum Unterhalte dieses Heeres bei; Tyrus schickte noch, bis es durchAlexander belagert wurde, Lebensmittel und Geschenke an diesen, umihn günstig für sich zu stimmen, und in allen reichen KüstenprovinzenSyriens, Phöniciens, Palästinas und bis zu den Grenzen Aegyptens hinlitt die Armee niemals Mangel an Lebensmitteln, sondern die Landes-einwohner lieferten dieselben im Ueberfluss. Als Alexander später sei-nem Heere bei Hekatompylos Ruhe gab, wurden von allen Seiten Vor-räthe herangebracht, so dass eine Art geregelten Requisitionssystemseintrat unter Mitwirkung der Lokalbehörden. Und auch hei dieser Ge-legenheit war die Verpflegung der kleinen Armee Alexander's d. Gr.weit bequemer und leichter, als die der ungeheuren persischen Heere.Nach den übereinstimmenden Angaben Diodor's, Arrian's und Curtius'fand Alexander zu Damascus 2600 Talente (500 derselben in Barren),zuArbela 4000, in Susa 40,000 und 9000 daricus, in Persepolis 120,000,zu Pasargadae 6000, in Ekbatana 180,000, im Ganzen über 352,600 Ta-lente s ca. 530 Millionen Thaler) in dem öffentlichen Schatze und ver-wendete sie zu Gunsten seines Heeres wie der eroberten Länder, ingleichmässiger und gerechter Vertheilung. Wäre in den persischenProvinzen gar keine bürgerliche oder Specialkriegsverwaltung für denUnterhalt der Truppen vorhanden gewesen, so war ein geordnetes Re-