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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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(52. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 425

ger (Invaliden) und für die Soldatenwaiseii vor. Als Urheber solcherMaassregeln wird Pisistratus genannt: die verstümmelten Krieger em-pfingen eine Art von Pension, 1 bis 2 Obolen monatlich, nach vorhergän-giger Untersuchung durch den Rath der 500 und Bewilligung Seitensdes Volkes. Die Soldatenwaisen erhielten als Knaben bis zu 18 Jahrenfreien Unterhalt und Unterricht, im.18. Jahre aber volle Bewaffnung.Isocrates sagt, dass ihrer sehr viele waren.

Was nun die Verwaltung alles Dessen anbelangt, was sich auf Löh-nung, Unterhalt u. s. w. bezog, so scheint in dieser Hinsicht in den ver-schiedenen Staaten Griechenlands eine grosse Verschiedenheit geherrschtzu haben, was ja natürlich und zu begreifen ist. In denjenigen Staaten,wo an der Spitze der Regierung die vornehmsten und reichsten Geschlech-ter standen, fiel diesen auch die militärisch-ökonomische Administrationzu. Schon zwischen den beiden Hauptstaaten bestand in dieser Hinsichteine grosse Verschiedenheit: in Athen war es der Rath der 500. inSparta die Ephoren. Unzweifelhaft bestand ein ähnlicher Unterschiedauch in der Zusammensetzung der Persönlichkeiten dieser Verwaltung.Aber nur über die atheniensische Republik haben wir in dieser Bezie-hung (wie auch in anderen) genaue Nachrichten. Der öffentliche Schatzbildete sich aus zwei Quellen, die beide nicht solide waren. Nach altemGesetze waren die Ueberschüsse in Kriegszeiten für das Heer bestimmt,später aber forderte das Volk deren Verwendung für die Theorika.d. h. Summen, welche für allgemeine Feiern und Volksfeste bestimmtwaren. Ausserdem war für den Kriegsschatz eine ausserordentliche Ver-mögenssteuer bestimmt; da sie aber sehr ungern festgesetzt worden war,so brachte sie auch fast keinen Ertrag. Als Athen zur Hegemonie ge-langt war, erhob es, ausser diesen beiden Steuern, noch Tribut von denVerbündeten. Für die Verwaltung desselben bestand einige Zeit langeine besondere Behörde oder Schatzmeisterstelle auf der Insel Delos, vonAristides eingesetzt und anfänglich nur aus Athenern bestehend. Sie er-hoben den Tribut und bewahrten ihn in der Schatzkammer des Apollo-tempels auf, wo auch die Versammlungen der Verbündeten stattfanden,dann in Athen, wohin der Schatz der Verbündeten behufs grösserer Sicher-heit transportirt wurde. Zuerst wurden aus diesem nur die Ausgabenfür die verbündeten Truppen und für Festlichkeiten gedeckt, später ver-wendeten die Athener ihn für ihre eigenen Kriegsausgaben. Nach Euklidexistirten Einrichtungen dieser Art zu jener Zeit noch nicht, aber dieMittel für Kriegsausgaben und für öffentliche Festivitäten waren von ein-ander getrennt und wurden durch gesonderte Behörden verwaltet. Fürdie ersteren war ein besonderer Schatzmeister angestellt, wie es scheintaber nur während der Kriegszeit. Uebrigens waren für die Auf bewah-wahrung und Verwaltung der Kriegsgelder eine Menge höherer und nie-