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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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420 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

mittel, sie mussten ihren Unterhalt auf eigene Kosten bestreiten. Diebotmässigen Völker zogen mit ihren Familien und Heerden zum Kriegeund nahmen alles für ihren Unterhalt Nöthige mit sich. Auf den Flüssenoder zur See folgten der Armee ganze Flotten von beladenen Transport-schiffen. Für Bekleidung und Bewaffnung hatte ein Jeder selbst zusorgen. Zelte hatte nur der König und sein Hof; die Armee und die ihrfolgenden Völker etc. lagerten unter freiem Himmel. Es begreift sich,dass für die Verpflegung solcher ungeheuren Anzahl von Menschen, Pfer-den, Kameelen u. s. w. nie hinreichende Vorräthe vorhanden waren, unddass als natürliche Folge hiervon stets Mangel an Lebensmitteln eintrat.Dies gerade veranlasste Xerxes, seine Armee schon in Asien in dreiTheilezu theilen und ihren Marsch in drei Richtungen zu dirigiren, aber auchdas half wenig. Aus dem Mangel an Lebensmitteln entstanden Hungers-noth, Krankheiten, Sterblichkeit, die davon verschont Gebliebenenereilte das Schwert der Griechen (so nach der Schlacht bei Plataea), odersie fielen durch die Landeseinwohner bei dem Rückzuge (oder eigentlichder Flucht) nach Persien. Der Mangel an Lebensmitteln war somit dieHauptursache des Misslingens dieser persischen Einfälle, namentlich inGriechenland, und der beste Verbündete der bedeutend schwächerenGriechen, ebenso auch einer der Gründe für den Misserfolg von des Da-rius Defensive gegen Alexander d. Gr. und umgekehrt für den Erfolgder durch Letzteren vollbrachten Eroberung der ungeheuren persischenMonarchie mit einem kleinen, aber regelmässig mit Vorräthen versehenemHeere.

Als zu Anfang des 3. Jahrh. n. Chr. die persische Monarchie durchden ersten Sassaniden, Artaxerxes I. wieder hergestellt wurde, da spracher, nach des Herodianus und des Ammianus Marcellinus Zeugniss seinegesunden Anschauungen über die Regierung und über die Bedingungeneiner Kriegsmacht in folgenden Worten treffend aus : »Das Ansehen desHerrschers muss durch die Kriegsmacht gesichert sein; die Kriegsmachtkann nur durch Steuern unterhalten werden; diese Abgaben lasten aufder Landbevölkerung, der Ackerbau aber kann nur unter dem Schutzeder Gerechtigkeit und Massigkeit blühen.« Diese weisen Regeln warendenjenigen, welche die späteren Nachfolger Cyrus' I. befolgt hatten,vollständig entgegengesetzt; sie waren es. welche die Wiederherstellungder persischen Monarchie ermöglichten, die dann ja noch über 400 Jahrebestand.

5) Bei den Griechen treten die ersten Zeichen einer Kriegs-Oekonomie erst seit den persischen Kriegen hervor. Aber auch in derheroischen Zeit, namentlich während des trojanischen Krieges, scheinen,wie aus der Iliade zu folgern, die Griechen für eine gute Verpflegungihrer Truppen gesorgt zu haben. Das war auch bis zu den persischen