(52. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 419
welchen die Regierung über deren Bewohner, Erhebung der Abgaben,Zahlung des Soldes an die Truppen und Sorge für deren Bedürfnisseoblag. Die Truppenbefehlshaber hatten mit dem Unterhalt der Truppengar Nichts zu thun. Die Einwohner lieferten alles für diesen Unterhaltvon ihnen zu Leistende in natura an die Satrapen ab, welche die Ver-theilung an die Truppen durch ihnen unterstellte Eparchen oder Oeko-nomen, wie die Griechen sie nannten, ausfuhren Hessen. Später empfingendie Truppen selber die ihnen zustehenden Lebensmittel in natura vonden Bewohnern der Provinzen auf besondere Anweisungen. Noch spätererhielten nur die griechischen Miethstruppen Gehalt in Gelde 'das. wiebekannt, erst unter Darius Hystaspis geprägt wurde). und zwar: vor derZeit des jüngeren Cyrus pro Mann und Monat 1 daricus 'ungefähr 1 Du-katen); der jüngere Cyrus erhöhte dies Gehalt um die Hälfte (1 1 / 2 daricusmonatlich)*]. Auf der einen Seite des daricus war Darius dargestellt,auf der anderen ein Bogenschütze, und da die griechischen Söldner-truppen theilweise aus Bogenschützen bestanden, so geht hieraus hervor,dass-die Einführung der Miethstruppen und deren Besoldung erst zurPrägung von Münzen geführt haben. Alle Jahre besichtigte der Königselbst oder seine Bevollmächtigten die Provinzen. die darin dislocirtenTruppen und deren Zustand und Unterhalt. In der Folgezeit wurde denSatrapen, besonders wenn sie von königlichem Geschlechte waren, auchder Befehl über die Truppen in ihren Provinzen übergeben,' demzufolgealso auch deren Unterhalt. Diese Maassregel führte mit der Zeit zuEmpörung und Abfall der Satrapen und war eine der Ursachen zu demUntergange der persischen Monarchie.
Im Falle eines Krieges wurden für den Unterhalt der grossen persi-schen Heere und namentlich der Söldner die Abgaben erheblich erhöhtund theils in natura, theils- in Gold- und Silberbarren gezahlt, nach He-rodot jährlich 14,500 Talente (14—15 Millionen Thaleij. Ausserdem be-stimmte der König Summen aus seinem Privatschatze, und zu den Kriegs-ausgaben flössen auch verschiedene Steuererträge (z. B. vom Fischfangu. s. w.). Aber der Unterhalt aus dem Schatze scheint nur dem Hofeund den Söldnern bestimmt gewesen zu sein. Der Unterhalt des Königsund seines Hofes war so kostspielig, dass er die Mittel der Provinzen undbesonders der Städte vollkommen erschöpfte. In den Provinzen undfremden Ländern, welche passirt werden sollten, wurden bei Zeiten un-geheure Vorräthe von Brod und Fourage vorbereitet, zusammengebrachtund aufgespeichert. Die Perser selbst erhielten weder Sold noch Lebens-
*) Der daricus war eine altpersische Goldmünze, etwa gleich 2Va bis 3'/2 Thaler.
Anmerk. d. Uebers.