418 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.
grösstentheils durch Naturallieferungen, welche theils an die Truppenunmittelbar, theils in die Magazine zu Karthago stattfanden. Der Soldwurde in Gelde oder in ledernen Werthscheinen (etwa unseren Assignatenentsprechend) wie es scheint nur in der Garnison Karthago und einigender wichtigsten See- und Handelsstädte gezahlt. Der eingeführte Unter-haltsmodus wurde zur Kriegs- wie zur Friedenszeit beibehalten. Diedreifache Mauer der Citadelle von Karthago enthielt, nach Appian, Woh-nungen und Magazine. In jeder dieser 3 Mauern befanden sich unten ander inneren Seite unter den Mauergewölben Räume für 300 Elephantenund deren Führer, oben aber Räumlichkeiten für 4000 Pferde. 20,000Mann Fussvölk und 4000 Mann Reiterei, und Magazine mit allen Lebens-mittel-Vorräthen. Aus dem Allen lässt sich mit Wahrscheinlichkeitschliessen, dass die Karthager eine Verwaltung sämmtlicher Theile desTYuppenunterhalts besassen, welche unzweifelhaft in Karthago selbstihren Sitz hatte und von den beiden höchsten Behörden, der Gerusia(Senat) und der Sygkletos ressortirte. Von diesen waren selbst dieFeldherren abhängig und wurden den Letzteren während der KriegszeitMitglieder derselben beigegeben, sowohl als politischer Beirath undUeberwacher. als behufs aller kriegsökonomischen Anordnungen, Maass-regeln und Controlle. Es ist interessant, dass bei diesen ältesten Spureneiner militärischen Administration in der Geschichte ersichtlich wird,wie dieselbe nicht der militärischen, sondern der bürgerlichen Gewaltzugehört, der politischen, staatlichen und militärischen Organisationder karthagischen Republik und deren auf den Handel gerichtetenZwecken entsprechend. Bis zu dem ersten pnnischen Kriege (gegenRom) erwies sich dies auch als nützlich und vortheilhaft. Von diesemZeitpunkt an aber erwuchsen aus den sich mehrenden Anforderungen inkriegerischer Hinsicht an die Hauptmacht, die maritime, wie an die Land-macht, und aus der Verminderung und schliesslich Erschöpfung allerMittel, grosse finanzielle Schwierigkeiten und in Folge dessen häufige,bisweilen für Karthago höchst gefährliche Empörungen der Mieths-truppen, der Abfall derselben, dann ganzer Provinzen, und endlich derUntergang des Staates selber.
4) Bei den alten Persern erscheint schon eine geregelte militä-risch-ökonomische Verwaltung. Zu Anfang, in ihrem Urzustände, halbJäger-, halb Nomadenvolk, wanderten sie mit der ganzen Masse desVolkes, mit ihren Familien und Heerden umher, wodurch ihre Armee be-deutend vergrössert wurde. Nachdem sie aber Hoch- und Klein-Asienerobert hatten und in Folge dessen stehende Heere unterhalten mussten.entsteht hiermit zugleich auch bei ihnen eine regelmässige militärisch-ökonomische Administration. Sie ging nicht von der militärischen, son-dern von der bürgerlichen Gewalt aus, — den Satrapen in den Provinzen,