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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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4] 2 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Keiches.

die der Scythen . Sarmaten und Hunnen in Europa. Bei den Griechengab es zur Zeit des trojanischen Krieges keine Cavallerie . in spätererZeit kommt sie vor, aber in geringerer Stärke als das Fussvolk. Diebeste und zahlreichste war die thessalische und aetolische.

Kameele und Elephanten (von welchen eben die Rede gewesen!sind seit der ältesten Zeit in Asien, in Assyrien und Indien und in Africagebräuchlich. Cyrus I. hatte bei Thymbra 300 Kameele. mit Bogen-schützen besetzt. Der Gebrauch von Elephanten zum Kriege wurdeAlexander dem Grossen durch Porus bekannt, dann verbreitete er sichin Asien und erscheint späterhin sogar in Griechenland, namentlich unterPyrrhus, die in seinem Heere befindlichen Elephanten versetzten die Rö-mer in Schrecken. Sie waren mit Thürmen besetzt, in welchen 10, 15. ja 30Bogenschützen placirt waren. Arrian erzählt, dass sogar die Stosszähneder Elephanten mit eisernen Spitzen versehen waren. Bald nach Pyrrhushört aber der Gebrauch von Elephanten in Europa auf.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass . abgesehen von den Streit-wagen, Elephanten und Kameelen, während des ganzen Alterthums dieReiterei in Asien und Africa. das Fussvolk dagegen in Europa dieHauptstärke der Armeen bildete. Die Bedeutung und Wichtigkeit einerjeden dieser beiden Truppengattungen treten in der ganzen Kriegs-geschichte des Alterthums deutlich hervor. Das Fussvolk war überallund bei jeder Gelegenheit die erste und wichtigste Truppenart. DerNutzen und die Wichtigkeit hingen von vielen Zufälligkeiten ab, sie wa-ren daher nur von relativer Bedeutung. Die Reitervölker waren geschicktzu raschen Einfällen in Länder und Streifzügen durch dieselben. abernicht geeignet, solche Länder zu unterwerfen oder dauernd in Besitz zunehmen, die zu Fuss kriegführenden Völker grade umgekehrt. Cyrus I.hatte zu Anfang gar keine Cavallerie: erst später bildete er sich einReitercorps von 10,000 Mann. Mit der Vermehrung der Reiterei unterseinen Nachfolgern gerieth auch das Kriegswesen bei den Persern inVerfall. Alexander d. Gr. dagegen eroberte halb Asien mit seinemFuss-volke und nur einer geringen Anzahl Cavallerie, die Römer die Hälfteder damals bekannten Welt, die nördlichen Barbarenvölker von Europaaber zerstörten sogar das Weströmische Reich. Der Einfall der Reiter-horden der Hunnen wurde zurückgeschlagen und hinterliess keine Spu-ren (ausser Verwüstung und Verheerung). Die Hauptstärke der Armeenlag daher stets im Fussvolk, so lange die sittliche Kraft in ihm lebte.Aber das Aufhören dieser Kraft und die Vermehrung der Reiterei überein gewisses Maass hinaus standen stets im Zusammenhange mit demVerfall des Kriegswesens, bei den Persern wie bei den Römern.

Die Eigenthümlichkeiten der Bewaffnung (s. oben) führten schonfrüh zu einer Unterscheidung zwischen schwerem und leichtem