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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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62. Allgemeiner Ueberblick über die Kriegsgeschichte des Alterthums. 411

§. 453.Verschiedene Truppengattungen.

Die erste, der Zeit nach älteste und ursprünglich einzige Truppen-gattung wardas Fussvolk. In der Urzeit kämpfte man zu Fusse. Weitspäter erscheinen die Streitwagen und die Keiterei. Zuerst tauchendiese in der Geschichte auf in Aegypten unter Sesostris, unter Ninus undSemiramis. Der Erstere hatte, nach Diodor, 600,000 M. zu Fuss, 24,000Reiter und 27,000 Sichelwagen. Das ist die erste Angabe über dasrelative Verhältniss der Truppengattungen im Heere zu einander. AlsS a u 1 zum Kriege gegen die Philister auszog, führten die Letzteren ihm6000 Reiter und 30,000 Sichelwagen entgegen, an Fussvolk aber, nachdem Ausdrucke der Schriftsteller, so viel wie Sand am Meere. Vonihnen scheinen auch die Hebräer den Gebrauch der Streitwagen entlehntzu haben. David brachte in seinem Kriege gegen Hadad-Eser 1000 Streit-wagen, 7000 Reiter und 20,000 Mann Fussvolk zur AnwerÄing. UnterSalomo gab es 1400 Streitwagen, 40,000 Wagenpferde und 1^000 MannReiterei, welche Salomo, wie es scheint, beständig unterhielt. ObgleichEinige diese so grosse Zahl von Streitwagen entschieden in Zweifel zie-hen, so unterliegt es doch keinem Zweifel, dass sie die Hauptmacht derAimeen bei den alten asiatischen und africanischen Völkern bildeten.Die Griechen schafften nach dem trojanischen Kriege dieselben bei sichab, bei den asiatischen Völkern dagegen bestanden sie noch zur ZeitAlexander's d. Gr. und sogar noch den Römern unter Julius Cäsar gegen-über, obgleich in erheblich geringerer Zahl. So hatte Cyrusl. bei Thym-bra deren nur 300, Darius bei Arbela 200 , und Archelaus, der FeldherrMithridat's, bei Chäronea 90. Ueber die Ausrüstung und Anwendunggiebt Homer in der lliade die ersten genauen Nachrichten. Die vornehm-sten Anführer hauptsächlich bedienten sich derselben, und zwar mehrmehr als Transportmittel, denn als Kampfmittel, da sie eigentlich zuFusse kämpften; die Zügel führte ein Rosselenker. Bei Porus befandensich auf jedem Streitwagen zwei schwere und zwei leichtbewaffnete Krie-ger und zwei Rosselenker, im Ganzen sechs Personen. Eine besondereArt von Streitwagen kommt unter Cyrus I. vor, an deren Achse vorn,seitwärts und hinten Sicheln angebracht waren, während die Pferde Har-nische trugen. Julius Cäsar fand bei den Britanniern gleichfalls Streit-wagen.

Reiterei kam zuerst in Asien und Africa, und vermuthlich später,als die Streitwagen, in Gebrauch. Die orientalischen Völker bildeten vonjeher eine vorzügliche Kriegsreiterei: besonders berühmt war die lydi-sche, später die parthische, persische, numidische Reiterei, und ebenso