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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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408 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

auch die letztere. In dem Urzustände der Völker waren die Ver-theidigungs- und Angriffs-Waffen: die Keule*) und der Stein, die Jeder-mann zur Hand waren, später: Schleuder, Bogen und Pfeile. Als dieMenschen mit den Eigenschaften und der Bearbeitung der Metalle be-kannt geworden, zunächst des Kupfers, dann des Eisens, wurde die Keuledamit beschlagen, oder die Sichel daraus geschmiedet an den Streit-wagen, endlich begann man Schwerter, Dolche, eisengespitzte Pfeile undLanzen, bleierne Kugeln für die Schleudern herzustellen, zuletzt auchSchutzwaffen: Helme, Brustpanzer, Arm-, Beinschienen, Schilde u. s. w.Der erprobte Einfluss der Eigenthümlichkeiten der Bewaffnung führte zuderen allmäliger Vervollkommnung, dabei wurde aber meistens auf Ge-wohnheit, Leichtigkeit und Kunstfertigkeit im Gebrauche der einen oderanderen Waffe gerücksichtigt, und dies wiederum entsprang aus denEigenthümlichkeiten der einen oder anderen Gegend und des einen oderanderen daselbst wohnenden Volkes. So z. B. wendete der grösste Theilder Völker Asiens: Assyrier, Meder, Babylonier, Lydier, Perser. Partneru. s. w. meist Fernwaffen an: Bogen, Schleuder, Wurfspiess, sie hattenaber keine Schutzwaffen, ausgenommen leichte und grosse Schilde undbei anderen waren lange Lanzen im Gebrauch, grosse Schwerter undSchilde, so z. B. bei Aegyptern, Hebräern, Philistern u. s. w. DieLetzteren namentlich zeichneten sich durch Schönheit der Waffen aus.Die Aegypter hatten grosse, manneshohe, dicke und schwere Schilde,lange Lanzen und kurze, aber sehr breite Schwerter. Es ist merkwürdig,dass bei den Hebräern das Schwert die Lieblingswaffe war, wie späterbei den Eömern. Cyrus bewaffnete die Perser mit Schilden, Harnischen,Schwertern und Kriegssicheln, um sie zum Handgemenge brauchbar zumachen. In der Folge jedoch (unter Xerxes) übertrafen die Griechen diePerser an Güte der Waffen. Ihre Lieblingswaffe war die Lanze, bei denMacedoniern die (bis zu 24 Fuss) lange Sarissa, bei den Römern dagegendas kurze zweischneidige Schwert und der Wurfspiess (pilum). Aehn-liche. nur weit schlechtere Arten von Waffen bei den Galliern und Ger-manen (und wahrscheinlich auch bei den Völkern Osteuropas) warendiesen, den Römern gegenüber, sehr nachtheilig.

Die Art der Bewaffnung war, in Bezug auf die Entfernung zwischenden Kämpfenden, von solchem Einflüsse, dass sie zwei wesentlich ver-schiedene Kampfarten hervorbrachte: den F e r n k a m p f und den Nahe-kämpf. Der ausschliessliche Fernkampf bezeichnete die niedrigsteStufe des kriegerischen Geistes und des Kriegswesens, der aus-

"J Der Knittel, die Keule, war die erste Waffe, die der Mensch anwendete: mitihr erschlug Kain den Abel und legte damit den traurigen hassenswerthen Anfangzum Kriege auf der Erde!