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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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392 rV\ Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

am Bucentinus (h. Busenzo) starb er, 34 Jahre alt. Die Gothen ver-senkten seinen Leichnam in den Boden des Bucentinusbettes und er-nannten Athaulph zu seinem Nachfolger, welcher sogleich mit HonoriusFrieden zu schliessen bemüht war.

Dies waren die Kriegsthaten des jungen, tapfern, kühnen und unter-nehmenden Gothenkönigs Alarich, der Rom und ganz Italien in Schreckensetzte, der dem Weströmischen Reich hätte ein Ende machen und inRalien ein gothisches Königreich gründen können, wenn er nicht sogrossmüthig und gemässigt gewesen wäre, dass er nur über Illyrien,Noricum, Venetien und Dalmatien herrschen und der erste Minister undBefehlshaber sein wollte. Und wie in dieser Hinsicht, so auch durchseine unzweifelhaften Gaben bei so jungen Jahren, ist Alarich eine derinteressantesten Erscheinungen in dieser letzten Zeit des WeströmischenReiches.

§. 448.Att il a.

Von ganz anderer Art war jener für beide Reiche, ja für ganz Eu-ropa furchtbare Hunnenführer, der Gottes Geissei genannt wurde. Erwar im J. 406 geboren, ein Sohn des Munzuk oder Mundsuk, welchermit seinem Bruder Roas (Rua) oder Rugilas, der Anführer einer hunni-schen Horde war, die sich in Pannonien niedergelassen hatte. Von hieraus zwangen sie die oströmische Regierung, ihnen einen jährlichen Tri-but zu zahlen, der schliesslich bis auf 350 Pfund Goldes angewachsenwar. Zu Aetius standen sie in freundschaftlichen Beziehungen und hal-fen ihm zweimal, als es sich darum handelte, die Kaiserin Placidia zuveranlassen, dass sie denselben zum magister utriusque exercitus er-nannte. Mundsuk setzte seine beiden Söhne, Attila und Bleda, zu seineuNachfolgern ein. welche von ihrem Onkel Roas erzogen waren und ihmnach seinem Tode 433 in der Herrschaft folgten. Sie begannen damit,dass sie die benachbarten,Hunnenhorden zu unterwerfen suchten. liebersie herfallend, brachten sie entweder deren Fürsten um, wenn sie sichnicht unterwerfen wollten, oder sie nöthigten sie, Zuflucht in den Pro-vinzen des Ostreiches zu suchen. Als sie sie auch dahin verfolgten, ge-riethen sie bei dieser Gelegenheit in kriegerische Verwickelungen mitTheodosius IL, welche durch den Frieden von Margus in Mösien im J.444 beglichen wurden, einen Frieden, der für Theodosius schimpflich,für die hunnischen bei ihm Schutz suchenden Fürsten der Untergangwar. Der Tribut an Attila und Bleda wurde verdoppelt (700 Pfund Gol-des statt 350), die flüchtigen hunnischen Fürsten mussten ausgeliefertwerden und wurden vor den Augen der Römer auf die grausamste Weise